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Münster: 94-Jähriger mutmaßlicher SS-Wachmann steht vor Gericht

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Münster: 94-Jähriger mutmaßlicher SS-Wachmann steht vor Gericht

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Es ist ein Tag, auf den die wenigen Überlebenden des Konzentrationslagers Stutthof gewartet haben: Ein 94-jähriger mutmaßlicher SS-Wachmann muss sich vor Gericht verantworten.

Wusste der Angeklagte von Gräueltaten?

Dem Mann aus Borken wird vorgeworfen, zwischen 1942 und 1944 in dem deutschen Konzentrationslager bei Danzig gedient und von den nationalsozialistischen Gräueltaten gewusst zu haben. Er selbst bestreitet das.

In Stutthof waren Zehntausende in Gaskammern und durch Giftspritzen getötetet worden, andere erfroren oder verhungerten.

"Allein ihre Geschichte zu erzählen bedeutet Gerechtigkeit"

Einige der Überlebenden des Lagers treten in dem Prozess in Münster als Nebenkläger auf.

"Meine Großmutter hat ihr ganzes Leben geopfert, ihre Geschichte zu erzählen und das ist nur einer der zahlreiche Wege, über die Menschen etwas über die Opfer des Holocaust lernen können. Allein die Geschichte zu erzählen bedeutet für sie Gerechtigkeit", sagt Ben Cohen, dessen Großmutter Judy Meisel eine Überlebende des Holocaust ist.

Insgesamt 13 Verhandlungstage

Insgesamt sind 13 Verhandlungstage angesetzt. Aufgrund des fragilen Gesundheitszustandes des Angeklagten darf die Anhörung täglich keine zwei Stunden überschreiten.