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Novemberpogrome: Der mutige Retter der Neuen Synagoge

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Novemberpogrome: Der mutige Retter der Neuen Synagoge

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80 Jahre nach den Novemberpogromen hat Euronews-Korrespondentin Emanuelle Chaze den Enkel von Holocaust-Opfern Amos Rozdiel in Berlin getroffen. An zehn Mitglieder seiner Familie erinnern dort Stolpersteine - sie wurden von Nazis getötet.

Geboren wurde Amos in Israel. Erst vor 13 Jahren kam er in die deutsche Hauptstadt, um Geschichte zu studieren. Nun arbeitet er als Hebräischlehrer und Fremdenführer - und hält die Erinnerung an seine jüdischen Wurzeln lebendig.

Emmanuelle Chaze, euronews: "Wir sind auf der Oranenburgerstraße in Berlin Mitte, in der Nähe der Synagogue. Was geschah dort in der Kistrallnacht?"

Amos Rozdiel, Fremdenführer: "Hier in der Neuen Synagoge wie auch in ganz vielen Synagogen Deutschlands, in Österreich und im Sudetenland, hatte die Sturmabteilung das Gebäude teilweise geschändet und den Innenbereich zerstört."

Emmanuelle Chaze: "Es gibt aber eine Ausnahme."

Amos Rozdiel: "Das ist korrekt. Es gab hier tatsächlich einen besonderen Fall, wir hatten einen sehr mutigen Polizisten: Otto Bellgardt. Es konnte tatsächlich die SA verjagen und die komplette Zerstörung der Synagoge verhindern."

Emmanuelle Chaze: "Welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Kristallnacht?"

Amos Rozdiel: "Mein Großvater war Berliner. Er ist in Berlin geboren und besuchte hier auch andere Synagogen, wie die Synagoge auf der Fasanenstraße in Westberlin, die in der Reichskristallnacht auf Anweisung des Propagandaministers Joseph Goebbels komplett zerstört wurde. Mein Großvater hatte Glück. Er musste das Gottseidank nicht erleben, weil er Nazi-Deutschland bereits 1933 verlassen hatte."