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Macron: "Nationalismus ist Betrug"

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REUTERS/REINHARD KRAUSE
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Ein Blick in die Vergangenheit als Warnung für die Zukunft. Bei den Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren haben der französische Präsident und Deutschlands Bundeskanzlerin vor Nationalismus und Populismus gewarnt. In ihrem Appell demonstrierten Emmanuel Macron und Angela Merkel in Anwesenheit zahlreicher Staats- und Regierungschefs Einigkeit.

Einer von ihnen fehlte jedoch bereits beim anschließen Friedensforum: US-Präsident Donald Trump schlug Macrons Einladung aus und besuchte einen amerikanischen Soldatenfriedhof. Ein Schritt, der die Zerissenheit der westlichen Mächte deutlich macht in Zeiten nationaler Alleingänge.

"Patriotismus ist das genaue Gegenteil von Nationalismus," warnte Macron. Nationalismus sei Betrug. Indem man seine Interessen an erste Stelle setze und sich nicht um die anderen schere, vergesse man das Wichtigste: die moralischen Werte einer Nation, die ihre Existenzgrundlage darstellten.

Bei den Feierlichkeiten wurde der fast zehn Millionen Soldaten und weiteren zehn Millionen Zivilisten gedacht, die während des Ersten Weltkrieg zwischen 1914 und 1918 getötet wurden.

Zu Beginn des dreitägigen Friedensforums hallte Macrons Appell in Merkels Worten wider: "Der Erste Weltkrieg hat uns gezeigt, in welches Verderben Isolationismus führen kann. Wenn Abschottung vor hundert Jahren schon keine Lösung war, wie könnte sie das heute sein. In einer vielfach vernetzten Welt, mit fünf Mal so vielen Menschen auf der Welt wie damals."

"America first" sowie wachsender Nationalismus in Ungarn und Polen - Macron und Merkel nutzten die Feierlichkeiten, um ihr Gegenkonzept zu wiederholen: Ein "Gemeinsam ist man stark", um den Weltfrieden zu sichern hunderte Jahre nach einem der blutigsten Konflikte aller Zeiten.