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Merkel in Chemnitz: „Entschuldigung, wann treten Sie zurück?“

Merkel in Chemnitz: „Entschuldigung, wann treten Sie zurück?“
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Kritik und unangenehme Fragen: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sah sich bei einer Bürgersprechstunde in Chemnitz teils in die Defensive gedrängt. Ein Thema: Weshalb ist die Kanzlerin erst jetzt, Monate nach den Ereignissen Ende August, in die drittgrößte Stadt Sachsens gereist?

„Die Oberbürgermeisterin hat unter anderem etwas mit meinem Besuch zu tun, auch wenn sie ein bisschen gesagt hat: 'Das ist zu spät'. Wir haben sehr schnell telefoniert nach dem 26. 8.", so Merkel. „Sie hatte mich dann auch eingeladen nach Chemnitz, und ich habe sehr darüber nachgedacht: 'Wann ist der beste Zeitpunkt zu kommen?' Weil auf der einen Seite natürlich ich auch aus dem Bundestagswahlkampf weiß, dass ich natürlich ein Gesicht habe, das für viele Menschen auch polarisierend wirkt, und ich auf der anderen Seite die Stadt natürlich besuchen wollte, aber vielleicht nicht in dieser ganz aufgewühlten Stimmung. Jetzt kann man sagen, indem ich gekommen bin, gibt es wieder den Grund, dass etwas Polarisierendes entsteht. Trotzdem möchte ich natürlich und wollte ich Chemnitz besuchen“, erläuterte Merkel.

Ein Bürger wollte es ganz genau wissen: „Meine letzte Frage: Entschuldigung, wann treten Sie zurück?“, so der Mann.

Merkel verwies in ihrer Antwort darauf, gewählt worden zu sein und dass sie bereit sei, ihre Aufgabe in der laufenden Legislaturperiode auch auszufüllen.

Zuvor hatte Merkel den Chemnitzer Basketball-Nachwuchs im Training besucht. Am Rande ihrer Chemnitz-Reise kam es in der Stadt zu einer Protestkundgebung, an der laut Polizei bis zu 550 Menschen teilnahmen.