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Kunst aus den Kolonien - Macron gibt sie zurück

Kunst aus den Kolonien - Macron gibt sie zurück
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Vor einem Jahr beauftragte der französische Präsident Emmanuel Macron eine Untersuchung, wie die Rückgabe von Kunstschätzen, die während der Kolonialzeit nach Frankreich kamen, umsetzbar sei. Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Schriftsteller und Ökonom Felwine Sarr haben die Bedingungen zur Rückgabe von Werken untersucht, die zwischen 1885 und 1960 nach Frankreich kamen. Der Bericht liegt jetzt vor, und Frankreich hat Angst, seine Sammlungen zu verlieren.

Präsident Macron hat nach Erhalt des Berichts auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht: er ordnete die unverzügliche Übergabe von 26 Kunstwerken an Benin an.

«Das afrikanische Kulturerbe darf nicht länger ein Gefangener europäischer Museen sein.»

Emmanuel Macron, am 28. November 2017 in Ouagadougou

Zwischen 1865 und 1960 wurden sie wurden unter meist zweifelhaften Bedingungen nach Frankreich gebracht. Afrika hat während der Kolonialzeit die wertvollsten Stücke seines kulturellen Erbes verloren – allein in Brüssel, Berlin, Wien oder London lagern hunderttausende Objekte in den Archiven.

Hundertausende Kunstwerke in europäischen Museen

Allein im Museum Quai Branly in Paris könnten 46.000 der 70.000 Objekte von Rückführungsforderungen betroffen sein, man fürchtet ein Ausbluten der Sammlungen. Die Verteidigungslinien gegen die Rückgabe werden gezogen, es bräuchte eine Gesetzesänderung:

Pascal Blanchard, Kunsthistoriker

"Diese Stücke kamen legal in unsere öffentlichen Sammlungen, angesichts der damaligen Beziehungen. Und Stücke, die sich legal in unseren Museen befinden, sind unveräußerlich, sie können nicht an einen sogenannten Besitzer zurückgegeben werden, der für diese Museen nicht existiert".

Die europäische Sorge vor dem Präzedenzfall

Im British Museum in London liegen 69 000 Objekte aus der Subsahara, im Weltmuseum in Wien sind es 37 000, im Museum Royale de l’Afrique Centrale in Belgien sind es 180.000 und im Humboldt-Forum in Berlin, das nächstes Jahr eröffnet wird, werden es 75.000 sein.

Eine erste Rückgabe bricht ein sorgsam gehütetes Tabu. Wie sich die Dinge in Frankreich entwickeln, wird auch im europäischen Ausland genau beobachtet: aus Sorge vor dem Präzedenzfall.