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Paris: Über 4 Mio Sachschaden durch Gelbwesten-Demos

Paris: Über 4 Mio Sachschaden durch Gelbwesten-Demos
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Die Krawalle bei den Gelbwesten-Demonstrationen haben nach Einschätzung des Pariser Rathauses noch höhere Sachschäden verursacht als am Wochenende zuvor. Der von Gewalttaten betroffene Teil der Stadt sei viel größer gewesen als in der Vorwoche, erklärte das Büro von Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

Viele Schaufenster, Scheiben und Fassaden auf der Einkaufs- und Flaniermeile Champs-Élysées waren zerbrochen oder beschädigt. Die Stimmung blieb ruhig bis gedämpft.

Paris konzentriert sich aufs Aufräumen. Eine Aufarbeitung der nun seit seit vier Wochen andauernden Proteste fällt nicht nur der Politik, sondern auch Anwohnern schwer. Ein Mann meinte: "Wir verstehen die Gelbwestenbewegung durchaus, aber inzwischen sind die Zustände unmöglich geworden. Das geht schon drei Wochenenden so. Und nun ist alles kaputt, Die Geschäfte schließen und zahlen drauf. Und nächste Woche gehts wieder von vorne los. Jeder verliert dabei Geld."

Wirtschaftsminister sucht Bürgernähe

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire traf sich nach den neuen Krawallen beim sogenannten "Vierten Akt" der Gelbwesten mit betroffenen Geschäftsinhabern. Schon zuvor sprach Le Maire von einer "Katastrophe" für die französische Wirtschaft. Die Folgen könnten am Jahresende zu spüren sein: "Diese Plünderungen sind inakzeptabel. Es wird keine Diskussion geben, bis die öffentliche Ordnung wiederhergestellt ist."

Ein Inhaber eines Orthopädie-Geschäftes zeigte Le Maire die in seinem Laden angerichteten Schäden auf dem Smartphone:

Le Maire fragte: "Die Diebe sind einfach so bei ihnen eingestiegen?"

Ladeninhaber: "Ja, sie haben sich einfach bedient, nachdem sie Vitrinen zerschlagen haben."

Le Maire: "Das ist nicht akzeptabel."

Ladeninhaber: "Wir müssen Löhne zahlen. Wie sollen wir uns verteidigen? Wir hassen niemand. Wir haben keine Zeit für Hass, wir müssen arbeiten. Also, was sollen wir machen? Wir können wir uns selbst verteidigen?"

Krawalle in anderen Städten

Auch in anderen französischen Großstädten wie hier in Bordeaux, aber auch in Lyon, Marseille und Toulouse entstand Sachschaden durch Randalierer und Plünderer.

Am Wochenende zuvor hatte der Sachschaden durch Vandalismus in Paris bei geschätzten drei bis vier Millionen Euro gelegen. Diesmal ordnete das Rathaus die Folgekosten noch höher ein. Der Imageschaden hingegen ist für Paris noch nicht zu beziffern.

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