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Russland trauert um Menschenrechtlerin Alexejewa

Russland trauert um Menschenrechtlerin Alexejewa
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Russland trauert um die Menschenrechtlerin und Kremlkritikerin Ljudmila Alexejewa. Sie war nach schwerer Krankheit im Alter von 91 Jahren in Moskau gestorben, so der Menschenrechtsrat des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Dem Gremium gehörte Alexejewa bis zuletzt an - trotz ihrer offenen Kritik am Kreml etwa angesichts zunehmender Repressionen gegen die russische Opposition.

Vladimir Lukin

Vladimir Lukin, Menschenrechtsbeauftragter der Russischen Föderation von Februar 2004 bis März 2014:

„Ljudmila Michailowna [Alexejewa] war eine großer Diplomatin und gleichzeitig eine große Menschenrechts-Aktivistin.“

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Michail Fedotov

Michail Fedotov, Vorsitzender des Menschenrechtsrats der Russischen Föderation:

"Sie dachte ständig an andere, an unsere Gesellschaft und an Russland. Das war ihr ständiger Kummer."

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Nikolay Svanidze

Nikolay Svanidze, Journalist und Historiker:

"Sie dachte, was ist wahrer Patriotismus?" - und stellte fest, dass es heißt, Menschen zu schützen. Und sie hat sie konsequent beschützt, sich selbst gefährdet."

Das Helsinki-Komitees twitterte: "Eine wahre Menschenrechtsheldin" und der Moskau-Korrespondent der Financial Times, Max Seddon:

"Alexejewa arbeitete bis zum Alter von 91 Jahren ... Lev Ponomarev
wurde gerade verurteilt, der ist 77."

Zusammen mit dem Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow gründete
Ljudmila Alexejewa 1976 die Moskauer Helsinki-Gruppe, die sich für die Einhaltung
der Menschenrechte einsetzte. Dafür musste sie ins Exil und kam nach dem Zerfall der Sowjetunion 1993 zurück.

Immer wieder schaltete sie sich wortstark in Diskussionen ein. Sie kritisierte unter anderem die Annexion der Halbinsel Krim, auf der sie 1927 geboren wurde, als Völkerrechtsbruch und «Schande».

Zu ihrem 90. Geburtstag hatte ihr Kremlchef Wladimir Putin persönlich gratuliert und sie in ihrer Moskauer Wohnung besucht.