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Frankreich: Jetzt streiken die Polizisten

Frankreich: Jetzt streiken die Polizisten
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Seit fünf Wochen halten die Proteste der "Gelben Westen" ganz Frankreich in Atem. Doch nun könnte die Situation eine unwartete Wendung nehmen - denn die Polizei will gegen geplante Budgetkürzungen und schlechte Arbeitsbedingungen auf die Barrikaden gehen.

Polizeigewerkschaften protestieren gegen geplante Budgetkürzungen

Die Polizeigewerkschaft "Alliance" rief ihre Mitglieder dazu auf, am Mittwoch die Arbeit niederzulegen und ausschließlich Notrufen zu folgen. Die Polizeigewerkschaft "UNSA" fordert schon seit Monatbeginn die Auszahlung von Überstunden, die die Beamten im Zuge der andauernden Gelbwesten-Proteste geleistet hatten.

Frankreichs Haushaltsplan für 2019 sieht Budgetkürzungen in Höhe von 62 Millionen Euro vor, sie betreffen auch die Strafverfolgungsbehörden. Die Gewerkschaft bittet daher die Abgeordneten dagegen zu stimmen; aus ihrer Sicht ist das der Polizei zugedachte Budget "unzureichend".

Budgetkürzungen bei der Polizei führen zu noch schlechteren Arbeitsbedinungen

Frédéric Lagache, stellvertretender Generalsekretär bei "Alliance", erklärte, das der Haushaltsentwurf "einen Modernisierungsplan" sowohl in Bezug auf Gebäude und Ausrüstung als auch "das unermüdliche Engagement der Sicherheitskräfte nicht nur in den letzten Wochen, sondern der letzten Jahre" berücksichtigen müsse. Die Arbeits- und Lebensbedingungen stünden in keinem Verhältnis zu dem, was die Polizei im letzten Monat geleistet habe, sagte Lagache weiter.

Die Gewerkschaft drohte schon jetzt weiteren Aktionen, sollte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nicht bald einen "Marschall-Plan" für französische Polizei vorlegen.