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Eilmeldung

Belgien muss sechs Kinder von IS-Kämpfern heimholen

Belgien muss sechs Kinder von IS-Kämpfern heimholen
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REUTERS/Erik De Castro/File Photo
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Seit der sogenannte "Islamische Staat" in seiner Hochburg Al-Rakka besiegt wurde, sind zahlreiche IS-Kämpfer, deren Ehefrauen und Kinder in den Kurdengebieten in Syrien und im Irak inhaftiert worden. Im Lager Al-Hol (oder Al-Haul) in der Nähe von Hassaka sind mehrere belgische Familien inhaftiert - darunter die Belgierinnen Tatiana Wielandt (26) und Bouchra Abouallal (25) mit sechs Kindern.

Jetzt hat ein Gericht in Brüssel entschieden, dass die Regierung die Mütter und die insgesamt sechs Kinder nach Belgien heimholen muss. Wenn das nicht innerhalb von 40 Tagen geschieht, drohen laut der belgischen Zeitung "De Tijd" Strafzahlungen in Höhe von 5.000 Euro pro Tag für jedes Kind - bis zu eine Million Euro also.

Früherer Urteile lauteten, dass die Behörden nicht dafür verantwortlich seien. Die Sprecherin des Gerichts Anouk Devenyns sagte: "Es waren Experten und Wissenschaftler in dem Lager, auch Journalisten, die von der Notsituation dieser Mütter und Kinder berichten konnten. Die Mütter waren bisher nicht in der Lage, das zu tun."

Laut belgischen Medien sollten die Kinder der unter Terrorverdacht stehenden Frauen der Obhut von Familien übergeben werden. Die beiden Frauen sollen gleich nach ihrer Einreise verhaftet werden.

Die belgische Regierung kann noch Einspruch gegen das Urteil einlegen

Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, man werde die Situation mit dem Innenministerium zusammen analysieren.

Hunderte Europäer - darunter auch Babys - werden zum Teil seit 2014 in mehreren Lagern von kurdischen YPG-Kämpfern gefangen gehalten. Europäische Staaten wollen ihre Bürger - auch die Kinder - zum Teil nicht ins Land zurücklassen, weil diese als schwer integrierbar gelten.

Die Kurdenmiliz YPG erklärt, es sei nicht ihre Aufgabe, die IS-Kämpfer und deren Familien auf unbestimmte Zeit festzuhalten oder ihnen den Prozess zu machen.