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Assad nach 7 Jahren Krieg bald zurück auf dem diplomatischen Parkett?

Assad nach 7 Jahren Krieg bald  zurück auf dem diplomatischen Parkett?
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REUTERS/Marko Djurica/File Photo
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Im Norden von Syrien haben die Milizen der kurdischen YPG die Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad um Hilfe gebeten - vor der angekündigten Offensive der Türkei.

Russische und türkische Regierungsvertreter beraten an diesem Samstag in Moskau über die Lage in dem Bürgerkriegsland - und über die veränderte Lage, nachdem US-Präsident Donald Trump den Abzug seiner Truppen verkündet hat.

Die Kurden-Milizen fühlen sich nach dem geplanten Abzug der US-Soldaten im Stich gelassen. Die syrische Armee verlegte Truppen in die Nähe der Stadt Manbidsch an der Grenze zur Türkei. Angesichts eines drohenden Einmarsches der Türkei in Nordsyrien habe man die syrischen Regierungseinheiten eingeladen, die Kontrolle über Gebiete um Manbidsch zu übernehmen, aus denen sich die Kurden zurückgezogen haben teilte das Generalkommando der Kurdenmiliz YPG am Freitag mit. Die syrische Armee erklärte daraufhin, Regierungstruppen seien in das Gebiet verlegt worden und hätten ihre Fahne in Manbidsch gehisst.

Aus dem kurdischen Militärrat von Manbidsch hieß es jedoch, dass die syrischen Truppen nicht in die Stadt einmarschiert seien. Sie hätten eine Art "Sicherheitsring" um die Stadt errichtet, sagte ein Mitglied des Militärrates der Deutschen Presse-Agentur. Auch das Oberkommando der internationalen Militärkoalition "Inherent Resolve" wies Berichte zurück, nach denen sich die Militärpräsenz in Manbidsch verändert habe.

Experten vermuten, dass die Regierungstruppen abwarten, bis die US-amerikanischen Soldaten aus der Region abgezogen sind.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung spricht von Assads Triumph: "Nun hat ihn sogar die syrische Kurdenmiliz YPG zu Hilfe gerufen, um sich so gegen einen Angriff der Türkei zu wappnen. Syrische Truppen rückten sogar in die Großstadt Manbidsch ein; aus der Kurdenregion hatte sich Assad früh zurückgezogen. Das ist ein Triumph für ihn und seine Hintermänner. Er zeigt, welche Folgen die Ankündigung Präsident Trumps hat, die amerikanischen Soldaten aus der Region abzuziehen. Denn die waren die Verbündeten der YPG-Miliz in dem erfolgreichen Kampf gegen die IS-Dschihadisten. Oder umgekehrt: Die YPG-Kämpfer waren Washingtons « boots on the ground ». Die fühlen sich nun verraten und wenden sich an den Diktator in Damaskus. Man kann das ein Fiasko nennen, es ist der Preis für einen türkisch-amerikanischen Deal."

Drei Jahre nach dem Beginn der russischen Militärintervention in Syrien befürwortete der Kreml-Sprecher die Entwicklung in Nordsyrien. Gleichzeitig nähern sich mehrere Golfstaaten wieder an den syrischen Präsidenten an. Die Vereinigten Arabischen Emirate gefolgt von Bahrain und Kuwait wollen ihre diplomatischen Vertretungen in Damaskus wieder eröffnen.

"Syrien ist zurück in der arabischen Welt, und es wird mit Macht zurückkommen", sagte laut NZZ Abdul Hakim Naimi, der Chargé d’Affaires aus Abu Dhabi in Syrien. Auch eine Rückkehr von Syrien in die Arabische Liga wird offenbar diskutiert.

Dabei wollen die Golfstaaten auch ihrem traditionellen Gegner, dem Iran, der im Krieg in Syrien Assad unterstützt, entgegenwirken.