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220 Flüchtlingsankünfte in zwei Monaten - London ist alarmiert

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Die Ankunft eines weiteren, mit Flüchtlingen besetzten Schlauchbootes an der Südostküste Englands hat die Migrationsdebatte in Großbritannien befeuert. Bereits am Vortag war ein ähnliches, aus Frankreich kommendes Boot mit sechs Iranern an der Kanalküste der Grafschaft Kent angelandet.

"Schwerwiegendes Ereignis"

Der britische Innenminister Sajid Javid stufte die Fälle als "schwerwiegendes Ereignis" ein und unterbrach seinen Urlaub für eine Krisensitzung. Ein Sprecher des britischen Ablegers von Amnesty International hält die Reaktion für überzogen. Großbritannien könne problemlos mehr Migranten und Flüchtlingen aufnehmen, sagte Steve Valdez-Symonds:

"Großbritannien bekommt die weltweiten Flüchtlingsströme kaum zu spüren. Als Aufnahmeland rangiert es selbst nach europäischen Maßstäben unter ferner liefen. Frankreich nimmt dauerhaft doppelt so viele Flüchtlinge und Asylanten auf, obwohl Frankreich in dem Bereich nicht gerade als Vorzeigenation bekannt ist."

Über 200 Ankünfte in zwei Monaten

Britischen Medien zufolge versuchten zwischen Anfang November und Ende Dezember mehr als 220 Menschen, mit kleinen Booten über den Ärmelkanal in das Königreich zu gelangen. Sajid Javid kündigte an, die Zusammenarbeit mit Frankreich im Rahmen eines "erweiterten Aktionsplans noch in dieser Woche zu verstärken. Die Gründe für den Anstieg der Überfahrten seien "komplex und in vielen Fällen außerhalb britischer Kontrolle". Es gebe keine einfachen Lösungen.

Diskutiert wird unter anderem eine mögliche Verlegung von Patrouillenbooten aus dem Mittelmeer in den Ärmelkanal.