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Brexit-Frust in Großbritannien

Brexit-Frust in Großbritannien
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REUTERS/Henry Nicholls
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Im Bus, in der U-Bahn, im Büro, zu Hause.... in Großbritannien ist das beherrschende Thema in fast allen Gesprächen der Brexit. Theresa Mays Entscheidung, die Abstimmung zu verschieben kocht das Thema weiter hoch.

Im historischen Shepperd Café versuchen die Kunden, alle Drehungen und Wendungen zu verdauen, während sie in Eiern mit Speck stochern.

James Foulkes, Geschäftsinhaber:

"In gewisser Weise tut mir Theresa May wirklich leid, sie muss aufräumen, was andere angerichtet haben. Es ist fast so, als wäre eine Bombe eingeschlagen und man ihr wurde gesagt, sie solle jetzt mal aufräumen."

Mirza Fur, Geschäftsinhaber:

"Die Premierministerin versucht, mit einem gespaltenen Kabinett zu arbeiten, mit einem Volk, das gespalten ist, mit einer Nation, die gespalten ist. Wir müssen einfach weitermachen. Ich sage das als Pro-Europäer, und ich glaube nicht an ein zweites Referendum, eine zweite Abstimmung macht keinen Sinn. Ich denke, wir müssen einfach gehen und uns dann um die Folgen kümmern."

James Foulkes

"Ein No-Deal heißt doch, das trotzdem verhandelt werden muss, man kann ja nicht plötzlich ohne Regeln handeln. Es muss Regeln geben. Und was ist mit der WTO, was macht man, was nicht, es ist wirklich ganz schön durcheinander."

Unruhige Zeiten sind es auch für diese vier Rumänen, die im Café arbeiten. Ihre Zukunft ist noch ungewisser als die ihrer britischen Kollegen und Freunde.

Viorica Iuga stamt aus Rumänien:

"Wir machen hier gute Arbeit, wir haben dafür unsere Heimat verlassen und sind schon lange hier. Wir wollen ein Haus, einen Job, und wir wollen es hier. Alle machen sich Sorgen, sie wissen nicht, was los ist. Hier müssen wir ihren Regeln gehorchen, sagen sie dies oder das – es gilt. Wir haben keine andere Wahl."

Damon Embling, euronews London, kommentiert:

Ein wachsendes Gefühl von Müdigkeit und Frustration über Brexit bestimmt die Stimmung hier in Großbritannien – bei den Leave – Vertretern und auch bei den Remainern. Zweieinhalb Jahre nach dem Referendum wollen viele einfach nur, dass es endlich zu Ende ist - damit Klarheit herrscht, wie es weitergeht. Aber das ist leichter gesagt als getan, wenn sich die Politik weiter streitet, wie der Brexit überhaupt aussehen soll.