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Griechenland will wegen Kriegsforderungen vor Gericht

Griechenland will wegen Kriegsforderungen vor Gericht
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Griechenland behält sich weiter Reparationsforderungen an Deutschland für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg vor. «Dies sollte
juristisch auf europäischer Ebene geklärt werden», sagte der
griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos bei einem Treffen
mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Athen.

Prokopis Pavlopoulos, griechischer Staatspräsident:

„Ich wiederhole Griechenlands unveränderte Forderung nach dem „Besatzungsdarlehen“ und der Wiedergutmachung Deutschlands für die Kriegsverbrechen der Nazis, von denen wir, die Griechen, glauben, dass dies geltend gemacht werden kann und vor dem zuständigen Gericht gelöst werden muss auf Basis internationaler und europäischer Kultur-Werte.“

Dazu Bundeskanzlerin Angela Merkel:

"Alles in allem dürfen Sie davon ausgehen, wir sind uns unserer historischen Verantwortung bewusst. Wir wissen auch wieviel Leid wir über Griechenland gebracht haben als Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus. Und deshalb ist die Lehre für uns alles daran zu setzen, gute Beziehungen mit Griechenland zu haben und sich gegenseitig zu unterstützen zum Wohle beider, von Griechenland und Deutschland."

Eine vom Athener Parlament einberufene Kommission aus Experten hatte
vor drei Jahren den Umfang der Kriegsschäden auf mindestens 289 Milliarden Euro beziffert (gut 80% des deutschen Staatshaushalt (2018: 343,6 Milliarden Euro) oder der Staatsverschuldung Griechenlands (350 Milliarden Euro). Für Deutschland ist das Thema mit dem 1990 als internationale Grundlage für die deutsche Wiedervereinigung
unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag juristisch abgeschlossen.

Ab 1941 war Griechenland drei Jahre lang besetzt und wurde vor allem von deutschen Besatzern systematisch ausgeplündert. Eine Hungerkatastrophe war die Folge. Nach Schätzungen wurden etwa 70.000 bis 80.000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen getötet.