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Di Maio brüskiert Frankreich: Das Land habe nie aufgehört, afrikanische Staaten zu kolonialisieren

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Frankreich hat die Botschafterin Italiens einbestellt, nachdem der italienische Vize-Regierungschef Luigi Di Maio den Franzosen vorgeworfen hat, für die Verarmung Afrikas mitverantwortlich zu sein.

Während in Brüssel auf einer Tagung die Außenminister der EU und der Afrikanischen Union zusammentreffen, wiederholt di Maio seine Anschuldigungen: Frankreich habe nie aufgehört, afrikanische Staaten zu kolonisieren.

Kritik an Frankreichs Afrika-Politik

Di Maio begründet seine Kritik mit dem Franc CFA. Die Währung war 1945 geschaffen worden, um die Interessen Frankreichs in den Kolonien durchzusetzen. Auch nach der afrikanischen Unabhängigkeit behält Frankreich großen Einfluss auf die Franc-CFA-Zone, einer Währungsunion von 14 Staaten.

Luigi Di Maio sagte:

"Eine Währung für 14 afrikanische Staaten zu drucken verhindert die Entwicklung ebendieser afrikanischen Staaten und trägt dazu bei, dass Flüchtlinge aufbrechen, die dann im Mittelmeer sterben oder an unseren Ufern ankommen.

Wenn Europa jetzt etwas Mut beweisen will, muss es die Kraft haben, sich der Dekolonisierung Afrikas zu stellen. Ich bin es leid, über die Auswirkungen der Einwanderung zu sprechen, ich möchte die Ursachen angehen."

Der Franc CFA ist fest an den Euro gekoppelt, Frankreich hat das alleinige Recht, die Währung auf- oder abzuwerten. Di Maio wirft Frankreich ein neokoloniales System vor.

Frankreich weist die Vorwürfe zurück

Aus dem französischen Europaministerium heißt es, di Maios Äußerungen seien inakzeptabel und haltlos.

Spannungen zwischen beiden Ländern hatte es bereits gegeben, als di Maio im Januar die Bewegung der Gelbwesten unterstützte.