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Konzertbesuch auf Skiern: Tim Linhart baut Instrumente aus Eis und gibt Konzerte im Iglu

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Tim Linhart zaubert Instrumente auf Eis. Er und sein Orchester spielen damit seit einigen Jahren in Italien.

Der Künstler Tim Linhart wurde in den USA geboren und hat heute ein Orchester, das in den italienischen Alpen auf Eisinstrumenten Konzerte gibt. Die Aufführungen finden in einem riesigen, speziell angefertigten Iglu statt. 200 Menschen haben darin Platz.

Noch bis Ende März findet man Linhart und seine Musiker auf dem 2600 Meter hohen Presena-Gletscher, wo sie anlässlich eines Eisfestivals in der italienischen Region Trentino zu sehen und zu hören sind.

Der Amerikaner hat das Musikfest "Ice Music - Concerti in Paradiso" selbst ins Leben gerufen. Zuschauer kommen auf Skiern, sitzen in voller Schneemontur auf Eisbänken und lauschen der Musik.

Der Bau der Instrumente

Für sein Orchester hat der Künstler dieses Mal eine Geige, eine Bratsche, ein Paukenschlagzeug, ein Xylophon, einen Kontrabass, eine Mandoline und ein Cello gebaut. Mit dabei ist sogar seine eigene Erfindung: Das 'Riesen-Rolandophon', ein riesiges Schlagzeuginstrument aus Eis.

Linhart verwendet eine Mischung aus Wasser und Schnee, um die Wände der Instrumente zu formen. Er baut diese um ein Metallrückgrat herum, über das die Saiten gespannt und festgezogen werden.

Tim Linhart

Für eine Mandoline braucht Linhart fünf oder sechs Tage, größere Instrumente können Monate dauern.

"Es ist ein großartiges Material, weil man es sowohl anbauen als auch abschneiden kann. Und es ist kostenlos", erklärt Linhart. "Der einzige Nachteil ist, dass es über dem Gefrierpunkt sofort schmilzt."

Nicola Segatta

Nicola Segatta ist Cellist und Schüler von Tim Linhart. Er ist von der Arbeit des Künstlers begeistert: "Eisinstrumente sind sehr ungewöhnlich. Sie sind unglaublich zerbrechlich. Wenn man sie baut, laufen sie Gefahr, in tausend Stücke zu zerspringen. Aber es sind auch sehr kraftvolle Instrumente, denn die Emotionen, die sie beim Zuhören auslösen, sind sehr stark."

Als Linhart damit anfing, Instrumente aus Eis zu bauen, hielten diese nicht lange. Seine erste Geige explodierte, als er versuchte, die Saiten fester zu ziehen. Darauf spielen konnte man nicht - aber das ist lange her, etwa zwanzig Jahre.