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Abgeordnete fordern Ende der geheimen Nazi-Renten für 27 Belgier

Abgeordnete fordern Ende der geheimen Nazi-Renten für 27 Belgier
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Das belgische Parlament fordert die Regierung in Brüssel auf, sich an Berlin zu wenden, um die REnten für zwischen 1939 und 1954 verletzte Belgier,die auf der Seite von Nazi-Deutschland gekämpft hatten, zu stoppen.

Zuvor hatte eine Gruppe von Politikern verschiedener Parteien erneut ein Ende der sogenannten "geheimen Nazi-Renten" gefordert. 27 belgische Rentner - deren Namen nur der deutschen Botschaft bekannt seien - bekommen laut dem Sender RTBF noch immer Zahlungen, die auf ihre Kollaboration mit Nazi-Deutschland zurückgehen.

Die Renten betragen monatlich zwischen 435 und 1.275 Euro - und sind steuerfrei.

Auch an Rentner in Großbritannien würden solche geheimen Renten gezahlt, heißt es in Belgien.

"Die Situation ist die gleiche wie im Vereinigten Königreich, wo ehemalige Mitglieder der Waffen-SS auch Renten direkt von Deutschland erhalten, ohne dass die Zahlungen den britischen Behörden mitgeteilt oder von diesen besteuert werden", schrieben die Abgeordneten Olivier Maingain, Stephane Crusniere, Veronique Caprasse und Daniel Senesael.

Die belgischen Parlamentarier forderten die Regierung nachdrücklich auf, Gerechtigkeit wiederherzustellen, da Opfer des Nazi-Regimes keine solchen Rentenzahlungen bekommen.

Schon 2016 hatte die Gruppe von Abgeordneten versucht, die geheimen Renten zu stoppen - bisher ohne Erfolg.

Auch die belgische "Groupe Memoire/Groep Herinnering", die 1993 von den früheren Widerstandskämpfern und KZ-Häftlingen Arthur Haulot und Paul Halter gegründet wurde, befasst sich seit Jahren mit den "Nazi-Renten" und kämpft für eine bessere Behandlung der Opfer des Nationalsozialismus.

Auf der Potsdamer Konferenz 1945 wurden im Prinzip alle Nazi-Dekrete von den Alliierten aufgehoben, aber Deutschland sieht sich als Nachfolge-Staat des Nazi-Regims verpflichtet, versprochene Rentenzahlungen zu leisten.