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Kobe - eine Stadt zeigt Resilienz

Kobe - eine Stadt zeigt Resilienz
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In Japan kann die Erde überall beben, der Inselstaat ist aufgrund seiner geografischen Lage Risikogebiet. Auch Kobe wurde bereits von Erdbeben heimgesucht, die Tausende Opfer forderten.

Euronews-Reporter Apostolos Staikos: "Kobe hat schwierige Zeiten erlebt. Die Menschen haben zwar nie die Katastrophe vergessen, aber sie beweisen Widerstandsfähigkeit und schafften es, ihr Leben und die Wirtschaft ihrer Region wieder aufzubauen. Jetzt arbeiten sie an einer besseren Zukunft".

Ende der 90er Jahre gründete die Stadt das "KOBE Biomedical Innovation Cluster". Ziel war es, Arbeitsplätze zu schaffen und die regionale Wirtschaft wiederzubeleben. Zwanzig Jahre später umfasst der Verbund 350 Unternehmen und Institutionen und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter. Laut Schätzungen betragen die wirtschaftlichen Auswirkungen jährlich rund 1,2 Milliarden Euro.

Das Kobe Eye Center gehört zu dem Cluster. Wissenschaftler haben einen Ort geschaffen, an dem sie Menschen mit Sehbehinderungen wohlfühlen können.

Im Riken Center for Computational Science steht der "K-Computer", einer der globalen Supercomputer. Er steht Forschern auf der ganzen Welt zur Verfügung. Satoshi Matsuoka, Director, R – CCS, sagt:

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"Die Maschine wird in vielen Bereichen eingesetzt, nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch für die Entwicklung von Produkten der nächsten Generation. Zum Beispiel entwickelte ein Unternehmen mit K Computer neue Reifen, die viel leiser sind. Andere nutzten den K Computer, um neue Medikamente zu entwickeln oder neue Brücken oder Straßen."_

Grundlage für diese Entwicklungen waren auch die Stärke und Entschlossenheit der Menschen. Thema des "Kansai Resilience Forum 2019", das von der japanischen Regierung in Zusammenarbeit mit dem International Academic Forum in Kobe organisiert wurde. Es fand im Februar im Hyogo Prefectural Museum of Art statt.

Was ist Resilienz?

An dem Forum nahmen Wissenschaftler aus aller Welt teil. Man war sich einig, dass Resilienz ein notwendiges Überlebensmerkmal für Menschen und Gesellschaften ist:

"Resilienz heißt, dass man Erschütterungen und Stress gut verkraften kann. Ein wichtiges Element dieser Belastbarkeit ist das Verarbeiten, das ist wie das Wiederaufblühen im Frühling", sagt Yuki Matsuoka, Chef des UNISDR Office

Und Ljiljana Markovic von der Universität von Belgrad meint: "Es ist ein menschliches Grundbedürfnis. Nicht nur angesichts von Naturkatastrophen, sondern auch bei Themen wie Innovation und Modernisierung, Handel, die alternde Gesellschaft, schrumpfende Bevölkerung sowie bei Bildungsproblemen und um nachfolgende Generationen zu motivieren, weiterhin für eine bessere Zukunft zu kämpfen".

Peng Er Lam von der National University of Singapore sagt: "Resilienz ist eine universelle Notwendigkeit. Wenn wir wissen, wie Staaten und Gesellschaften in verschiedenen Teilen der Welt reagieren, hilft uns das dabei, unsere eigene Widerstandsfähigkeit zu entwickeln. Es gibt nicht nur technologische oder materielle Antworten. Wir können uns inspirieren lassen."

Und der Architekt Tadao Ando meint: "Häuser sind wichtig, man sollte sie wieder aufbauen. Aber auch seelische Wunden müssen geheilt werden. Ich denke, dabei ist Kunst sehr wichtig. Nach einer Katastrophe müssen wir uns mit praktischen Fragen befassen, aber wir sollten die menschliche Seele dabei nicht vergessen."