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EU-Zöllner üben schon mal den "No-Deal-Brexit"

EU-Zöllner üben schon mal den "No-Deal-Brexit"
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"No-Deal-Brexit" ganz praktisch: Waren im Wert von Milliarden stecken im Zoll fest...in den Läden steigen die Preise...und ungeduldige Kunden warten endlos auf Online-Bestellungen.

Für die Behörden in der Europäischen Union ist der "No-Deal-Brexit" Realität – bis vielleicht eine andere Ansage kommt. Zollstellen haben Richtlinien für den Import von Waren bekommen.

BEISPIEL GRIECHENLAND

Dimitris Tribonias

Dimitris Tribonias, Leiter der Zollbehörde im Hafen Piräus:

"Wir werden all das anwenden, was jetzt für Waren gilt, die zum Beispiel aus China kommen. Es wird Mehrwertsteuer fällig, dazu die in der Zollliste vorgesehenen Abgaben. Diese betragen 12-15% für Kleidung und Textilien, fast 17% für Schuhe und bis zu 5% für Elektronik. Das hängt auch von der Kategorie der Waren ab."

In Piräus, dem größten Hafen Griechenlands, machen sie Listen der Abgaben, die auf britische Güter anfallen würden.

Giorgos Pitsilis

Giorgos Pitsilis, Leiter der Finanzbehörde für öffentliche Einnahmen:

"Wir bereichern die europäischen Volkswirtschaften. Wir passen unsere Systeme und Dienstleistungen an, um Gesetzesverstöße zu verhindern und verstärken die Infrastruktur, wo es notwendig ist."

"DAS WIRD EINEN HANDELSSCHOCK GEBEN"

In Griechenland sind insgesamt sind 2,16 Milliarden Euro (2,43 Milliarden Dollar) Handelsvolumen vom anstehenden „Brexit“ betroffen (2017), Exporte und Importe. Knapp 4% der griechischen Exporte gehen nach Großbritannien, 2,4 % der Importe kommen von dort.

Vassilis Korkidis

Vassilis Korkidis, Leiter der HandelskammerPiräus und Mitglied der EuroCommerce Association:

"Britische Unternehmen versuchen, mit Unternehmen in der gesamten Europäischen Union zusammenzuarbeiten, um Vorratslager aufzubauen. Sie versuchen, Liefer-Verzögerungen zu vermeiden und dass ihnen Kunden abhandenkommen. Sie wissen ja, vor allem die mittel- und nordeuropäischen Länder hängen stark von Großbritannien ab. Das wird einen Handelsschock geben."

Welche Branchen es trifft? Die Briten exportieren in die EU vor allem Straßenfahrzeuge (18,3 Milliarden Pfund/21,2 Milliarden Euro, 11,2 Prozent der Exporte 2017), Erdöl, Erdölerzeugnisse (15,0/17,4; 9,2%), Arzneimittel und pharmazeutische Produkte (12,8/14,8; 7,8%) (HMRC, UK Trade Info).

Symela Touchtidou

Symela Touchtidou, Euronews

„Europäische Unternehmen, die mit Großbritannien Handel treiben, sollten sich auf einen No-Deal-Brexit vorbereiten, so die europäischen Behörden. In diesem Fall gelten dann die allgemeinen Regeln der Welthandelsorganisation WTO, Übergangszeit null.“

su