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Wikileaks-Gründer Julian Assange in London in Gewahrsam genommen

Wikileaks-Gründer Julian Assange in London in Gewahrsam genommen
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REUTERS/Peter Nicholls
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Nach sieben Jahren Unterschlupf in Ecuadors Botschaft ist Schluss: Julian Assange wurde in London von den britischen Behörden festgenommen.

Nun droht dem WikiLeaks-Gründer die Auslieferung in die USA. Washington hat bereits einen entsprechenden Antrag gestellt. Zuvor hatte Ecuador dem Australier das diplomatische Asyl entzogen. Die Begründung: Assange sei weiter politisch aktiv gewesen und habe gegen die Auflagen verstoßen.

"Heute gebe ich bekannt, dass das unhöfliche und aggressive Verhalten von Herrn Julian Assange, die feindlichen Drohungen seiner verbündeten Organisation gegen Ecuador und insbesondere der Verstoß gegen internationale Verträge die Situation so weit gebracht haben, dass sein Asyl unhaltbar und nicht mehr tragfähig ist", erklärte Lenín Moreno, der Präsident von Ecuador.

Rausschmiss war schon angedroht worden

Die Regierung Ecuadors sucht schon seit Längerem nach Wegen, Assange loszuwerden. Bereits vergangene Woche drohte ihm der Verweis aus der Londoner Botschaft von Ecuador. Wikileaks hatte erklärt, dass sein Rausschmiss und anschließende Festnahme aus der Londoner Botschaft binnen "Stunden oder Tagen" erfolgen könnte.

Ecuador solle demnach mit der britischen Seite eine Vereinbarung zu der Festnahme getroffen haben, hieß es auf Wikileaks.

Assange lebte seit 2012 in der Londoner Botschaft von Ecuador

Assange hatte seit 2012 in einem 16m2-Zimmer in dem Botschaftsgebäude gelebt – ursprünglich aus Angst vor einer Auslieferung nach Schweden. Die dort gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe wurden inzwischen allerdings fallengelassen.

Zuletzt stand der 47-Jährige vor allem im Fokus der US-Behörden, Assange muss eine Strafverfolgung in den USA befürchten. Nach Veröffentlichung geheimer Dokumente über die Kriege im Irak und Afghanistan, könnte ihm in den USA wegen Geheimnisverrats der Prozess gemacht werden.

Großbritannien und Ecuador haben allerdings klargestellt: Assange werde nicht an ein Land ausgeliefert, in dem ihm die Todesstrafe oder Folter drohen.

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