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Moreno: Assange hat "Zentrum der Spionage" betrieben

Julian Assange streckt im Polizeiauto den Daumen nach oben
Julian Assange streckt im Polizeiauto den Daumen nach oben -
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REUTERS/Henry Nicholls
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Nach der Festnahme Julian Assanges am Donnerstag in der ecuadorianischen Botschaft in London hat Ecuadors Präsident Lenín Moreno die Beendigung des politischen Asyls für den Whistleblower verteidigt.

Er wirft dem Wikileaks-Gründer vor, in der Londoner Botschaft seines Landes ein "Zentrum der Spionage" betrieben zu haben. Der britischen Zeitung "The Guardian" sagte er: "Mit der Erlaubnis der Behörden der Vorgängerregierung (in Ecuador) wurden Einrichtungen in der Botschaft zur Verfügung gestellt, um in Prozesse anderer Staaten einzugreifen."

Assanges Heimatland Australien hält sich raus

Assange war vor fast sieben Jahren in die diplomatische Vertretung geflohen. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Assange fürchtete, via Schweden in die USA ausgeliefert zu werden.

Die australische Regierung schließt bisher aus, sich gegen eine potentielle Auslieferung Assanges an die USA einzusetzen. Dort soll der Australier wegen Verschwörung angeklagt werden. Er soll der Whistleblowerin Chelsea Manning dabei geholfen haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken.

Videos und Details aus Assanges Botschaftsalltag

Derweil hat die spanische Zeitung "El País" Details aus dem Leben Julian Assanges in der ecuadorianischen Botschaft in London veröffentlicht.

Videoaufnahmen von Überwachungskameras zeigen den Whistleblower in seinem Wohnbereich, etwa, wie er sich die Zeit mit einem Skateboard vertreibt oder Gäste empfängt.

Mitarbeiter der spanischen Sicherheitsfirma, die von 2012 bis 2017 für Assange in der Botschaft zuständig war, berichten in der Zeitung, dass der Australier sich exzentrisch verhalten habe. Er habe sich gehen lassen und für Fernsehinterviews nur obenherum angekleidet - dem Bereich, der auf dem Bildschirm zu sehen war.

Als 2016 Reparaturen im Badezimmer anfielen, wurde eigens ein den Sicherheitsleuten bekannter Klempner aus Spanien eingeflogen. Die Personenschützer befürchteten nämlich, dass ein lokaler Installateur den Raum verwanzen könnte. Kosten des viertägigen Einsatzes: 4.000€.