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Eilmeldung

Carlos Ghosn muss mit neuer Untreue-Anklage rechnen

Carlos Ghosn muss mit neuer Untreue-Anklage rechnen
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Auf den ehemaligen Nissan-Chef Carlos Ghosn dürfte in eine weitere Anklage wegen schwerwiegender Untreue warten. Nach Medienberichten („Sender NHK“) erwägen das die Staatsanwälte in Tokio für den kommenden Montag – dann läuft seine aktuelle Haftzeit ab.

Ghosn war Anfang des Monats zum vierten Mal verhaftet worden.

Der Verdacht: Er habe versucht, sich auf Kosten von Nissan zu bereichern, um eine Summe von 5 Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro). Er wartet auch auf ein Gerichtsverfahren wegen anderer Vorwürfe, wie finanzielles Fehlverhalten oder schwerer Vertrauensbruch.

Ghosn war Anfang des Jahres nach 108 Tagen im Gefängnis gegen eine Kaution von 9 Millionen Dollar (8 Millionen Euro) freigelassen worden.

Ghosn hatte sich ab 1996 als Sanierer von Renault, Nissan und Mitsubishi einen Namen gemacht.

Er hatte ab 1996 den kriselnden Autobauer Renault als Executive Vice President in kurzer Zeit wieder in die Schwarzen Zahlen geführt. Renault entsandte ihn drei Jahre später zur ebenfalls kriselnden Firma Nissan, die ihn – ebenfalls aufgrund einer Beteiligung - 2016 als Vorsitzenden des Verwaltungsrats zu Mitsubishi Motors abstellte. Im April 2017 wechselte Ghosn vom Vorstandsposten in den Verwaltungsrat bei Nissan, um sich auf die Geschäfte von Mitsubishi und Renault zu konzentrieren.

Im November 2018 wurden Hausdurchsuchungen bei Nissan bekannt. Laut Nissan hatte Ghosn sein eigenes Einkommen in Jahresabschlüssen zu niedrig angesetzt und damit gegen Finanzmarktregelungen verstoßen. Zeitungsberichte sprechen von rund 40 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Außerdem soll er Unternehmensvermögen für private Zwecke veruntreut haben, um damit Luxuswohnungen in vier Ländern zu finanzieren und weitere Verfehlungen begangen haben. Ghosn wurde festgenommen und verlor in der Folge seine Ämter bei Nissan und Mitsubishi. Von seiner Position als Präsident von Renault trat er im Januar 2019 zurück.

Ghosn bestreitet alle Vorwürfe und bezeichnet sich als Opfer eines Coups in der Chefetage.

su