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Lebensmittelsicherheit - wie sicher sind die Kontrollen?

Lebensmittelsicherheit - wie sicher sind die Kontrollen?
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Lebensmittelsicherheit basiert auf der Einhaltung von EU-Grenzwerten für bestimmte Inhaltsstoffe. Diese müssen ständig überprüft werden. Die Kontrollen wiederum müssen nach einheitlichen Parametern vorgenommen werden. Diese immer wieder zu überprüfen ist unabdingbar. Euronews-Reporter Cyril Fourneris wollte herausfinden, wie für zuverlässige Kontrollen gesorgt wird. Tatsächlich orientieren sich alle Labore an so genannten zertifizierten Referenzmaterialien, kurz ZRM, die in europäischen Laboren hergestellt werden.

ZRM dienen Laboren zur Überprüfung ihrer Messmethoden

Im belgischen Geel entwickelt das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission solche zertifizierten Referenzmaterialien. ZRM dienen Laboren zur Überprüfung ihrer Messmethoden.

Ein gutes Beispiel dafür ist das ZRM für Pestizide in Gurken. Es ist ein aus Gurken hergestelltes Pulver mit einem Zertifikat, das die Konzentrationen diverser Pestizide ausweist.

Marta Dabrio von JRC Perklärt, wie das funktioniert: "Labore nutzen unser Gurken-ZRM, indem sie es in ihre eigenen Messungen übernehmen. Das heißt, sie analysieren das ZRM mit ihren eigenen Methoden, um zu sehen, ob sie dieselben Ergebnisse erzielen. Ist das der Fall, sind die Messungen korrekt."

Alle Labore führen vor und während der Analyse der Inhaltsstoffe oder Schadstoffe in Lebensmitteln, wie etwa Pestizide in Gurken, Qualitätskontrollen durch. Aber sie untersuchen auch das tatsächliche Nahrungsmittel. Deswegen muss die Gurke für die Analyse aufbereitet werden. Zunächst wird sie püriert. Daraus werden die Pestizide dann extrahiert.

Penka Shegunova vom JRC erklärt, dass die Gurke von dem Material getrennt werden muss. "Denn wir haben hier ja nicht nur Pestizide, sondern auch die Gurke selbst! Nachdem wir sie mit Hilfe verschiedener Lösungsmittel getrennt haben, reinigen und analysieren wir die Stoffe."

Und nur wenn die analysierte Pestizidkonzentration im ZRM mit den Angaben auf dem Zertifikat übereinstimmt, sind die Analysemethoden und Instrumente des Labors korrekt.

2016 wurden über 20 Millionen Einzelmessdaten an EFSA übermittelt

Auf diese Weise können die Labore ihre genauen Ergebnisse in die Pestizid-Datenbank der EU einspeisen und damit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, kurz EFSA, helfen die Risiken zu bewerten.

Abteilungsleiterin Andrea Held kennt die Zahlen: "In 2016 wurden über 20 Millionen Einzelmessdaten an EFSA übermittelt über Pestizide in Lebensmitteln. Wir stellen zertifizierte Referenzmaterialien her, die den Laboren helfen können, die Daten korrekt zu messen."

ZRMs dienen aber nicht nur der Lebensmittelsicherheit. Das JRC ist einer der größten ZRM-Hersteller der Welt. Eines der Gebäude auf dem Gelände des JCR ist eine wahre Schatzkammer. Dort lagern tausende Materialproben und Datensätze, die an Labore auf der ganzen Welt verschickt werden.

Thiomas Linsinger ist für die Verteilung der Proben zuständig: "Wir haben hier mehr als 650 verschiedene CRMs, teilweise für Lebensmittelanalytik, aber auch Umweltanalytik, für klinische Messungen und für industrielle Analytik. Die Materialien brauchen verschiede Lagertemperaturen. Wir lagern sie bei +18, bei +4, aber auch bei -20, -40 und -70 Grad. Zudem müssen wir regelmäßig testen, ob die Materialien noch stabil sind".

Die Herstellung und Nutzung von ZRMs stellt sicher, dass in der EU einheitliche Messmethoden zur Überwachung der von den Gesetzgebern festgelegten Grenzwerte angewandt werden. Auch dieses Jahr werden mehr als ein Dutzend neuer Materialien im JCR bearbeitet und zertifiziert.

Andrea Held ist deswegen überzeugt: "In der EU sind Lebensmittel sehr sicher. Es werden sehr viele Messungen gemacht, um sicher zu stellen, dass Grenzwerte eingehalten werden und alle Lebensmittel in der EU sicher sind für den Verzehr."