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#EUroadtrip in Griechenland: Krise zu Ende, Fachleute wandern weiter ab

#EUroadtrip in Griechenland: Krise zu Ende, Fachleute wandern weiter ab
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Wie tickt Griechenland politisch?

Einer der besten Orte, um den Puls zu fühlen, ist die Universität.

Bryan Carter, Euronews: „Wir sind an der Universität von Mazedonien, in Thessaloniki, wie man sehen kann, ist es ziemlich ruhig, wegen der Osterferien. Wir haben es trotzdem geschafft, eine Politikwissenschaft-Klasse zu finden.“

Fay Doulgkeri, Euronews:

„Ja, und wir sprechen mit den künftigen Politikwissenschaftlern dieses Landes über die Europäische Union, natürlich über die bevorstehenden Europawahlen, über ihre Hoffnungen und Ängste für die Zukunft und natürlich werden wir sie fragen, ob sie planen, im Land zu bleiben oder zu gehen.“

Vorlesungsthema ist heute der Populismus. Eine europaweite Bewegung, die im Kontext der Wirtschaftskrise auch das griechische Polit-Establishment erschüttert hat.

Spyros Litsas, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Mazedonien:

„Eines der Hauptargumente der Populisten, der Anführer des europäischen Populismus von heute, in ihrer täglichen Kommunikation mit den europäischen Wählern, ist die Tatsache, dass die Globalisierung die nationale Struktur ihrer eigenen Staaten auflösen wird. Und ich würde gerne Ihre Meinung hören, was Populismus wirklich ist..“

Ein Student:

„Ich bin nicht sicher, ob der Durchschnittsbürger der Europäischen Union versteht, welcher Typ Akteur die EU ist. Ist das ein Staat? Ist das eine Organisation? Ich meine, wir müssen uns mehr anstrengen, um ihm zu erklären, was die EU tut. Mit anderen Worten, wir müssen die Europäische Union gegenüber ihren Bürgern legitimieren, obwohl wir schon 2019 haben.“

PROBLEM ABWANDERUNG

Auf viele Studenten in Griechenland warten entweder Arbeitslosigkeit oder schlecht bezahlte Jobs. Deshalb ist die Abwanderung von Fachkräften zu einem besorgniserregenden Trend geworden. Und das hat seit dem offiziellen Ende der Krise im vergangenen Jahr nicht nachgelassen.

Eine Studentin:

“Ganz ehrlich, ich will nicht in Griechenland bleiben, denn ich sehe und erkenne, dass wir hier nicht träumen können, es gibt keine Zukunft, die der jungen Generation gehört.“

Spyros Litsas:

„Meine größte Sorge in diesem Land ist der Braindrain. Vor dem Hintergrund der Abwanderung von Fachkräften sind wir das am schnellsten alternde Land in Europa. Das bedeutet, dass in wenigen Jahren, in den nächsten Jahrzehnten, gewaltige Probleme mit unserem Sozialsystem auf uns zukommen.“

NAMENSSTREIT

In diesem Teil Griechenlands, Mazedonien, ist auch der jüngste Namensvertrag mit der so genannten Republik Nordmakedonien ein Thema für die Wähler.

Dank unseres treuen roten Sofas haben wir herausgekriegt: Nicht alle in Thessaloniki sind gegen den Deal.

Eine Frau aus Thessaloniki:

„Ich bin pro-Deal, weil ich Geschichte studiert habe und ich weiß, was früher so alles passiert ist. Ich stehe nicht voll hinter einer politischen Partei oder einer bestimmten politischen Orientierung. Ich weiß mehr oder weniger, wo ich mich politisch einordne, aber radikal bin ich nicht. Ich meine, was da gemacht wurde, war eine sehr gute Sache. Historisch gesehen ist es sehr korrekt.“

Ein Mann aus Thessaloniki:

„Im Ausland, wo ich wohne, nennt jeder das Nachbarland Mazedonien und nennt die Leute Mazedonier. Und auch nach dem Deal, vielleicht aus Gewohnheit, sagen es noch viele so. Also hatten wir das Spiel bereits vorher verloren. Es sollte eine Lösung für die Namensfrage Nordmazedoniens in Bezug auf die UNO geben und für seine diplomatischen Beziehungen, denn die Mazedonier definieren sich anders als die Griechen das von ihnen erwarten. Auf der anderen Seite sind wir in dem Glauben groß geworden, dass wir die echten Mazedonier sind. Und das sind wir auch.“

Fazit der Euronews-Reporter: Wenn die Griechen im nächsten Monat zur Wahl gehen, dürften bei vielen innenpolitische Fragen den Ausschlag geben. Und nicht die EU.

su