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Mehr Drill an Brasiliens Schulen

Mehr Drill an Brasiliens Schulen
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Dem Wunsch des Präsidenten gemäß militärischer Drill soll insbesondere an Schulen in sozial schwachen Gegenden für Ordnung und Disziplin sorgen. Anfang des Jahres wurde eine eigene Abteilung im Bildungsministerium eingerichtet.

Und so beginnt jeden Morgen um Punkt sieben Uhr der Tag für Schüler im brasilianischen Sobradinho: Stramm stehen für Flagge und Nationalhymne.

Seit dem Beginn des Schuljahres gibt es den morgendlichen Fahnenappell und eine Art Schuluniform: Jeans und weiße T-Shirts. Für den nötigen Schliff sorgen Polizisten und Militärangehörige.

Jair Bolsonaro, selbst ehemaliger Offizier, war unter anderem mit dem Versprechen angetreten, die Jugend Brasiliens ganz nach seinem Vorbild erziehen zu lassen. Mehr Drill, weniger Politik - lautet die Losung.

Mehr Drill, weniger Politik

"Ich bin zufrieden mit den Veränderungen", sagt eine Schülerin. "Dem Lehrer Respekt zu zollen, sich zu erheben, die Fahne zu grüßen und so weiter. Ansonsten hat sich nicht viel verändert."

Weniger begeistert zeigt sich die Schulleitung. "Wenn wir statt 25 Offizieren 25 zusätzliche Lehrer erhalten hätten, das hätte wirklich einen Unterschied gemacht."

Zu Bolsonaros Unterstützern der ersten Stunde gehört auch die sogenannte "Schule ohne Partei " -Bewegung, die gegen eine vermeintliche Indoktrination der Jugend kämpft. Also alles, was nicht linientreu treu ist - beispielsweise Kritik am Präsidenten und seiner Politik.