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Trump rechtfertigt Handelskrieg: "China nutzt die USA seit vielen, vielen Jahren aus"

Trump rechtfertigt Handelskrieg: "China nutzt die USA seit vielen, vielen Jahren aus"
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US-Präsident Donald Trump will Bauern in den USA, die unter dem Handelskrieg mit China leiden, mit zwölf Milliarden Dollar (10,7 Milliarden Euro) unterstützen. Das kündigte er bei seinem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban an. In einem ersten Schritt hatten die USA ihre Sonderzölle auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar (178 Milliarden Euro) von 10 auf 25 Prozent erhöht. In einem zweiten Schritt sollen die Zölle auf China-Waren im Wert von 325 Milliarden (289 Milliarden Euro) ausgeweitet werden – das träfe dann alle Importe aus China.

China wiederum hatte eine Erhöhung der Zölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar (53 Milliarden Euro) angekündigt. Daraufhin endeten die Verhandlungen mit China ohne einen Durchbruch oder einen Plan für weitere Gespräche, die Aktienmärkte in den USA und China sackten ab.

"Es wird in China niemanden mehr geben, mit dem man Geschäfte machen kann... Aber China nutzt die USA seit so vielen Jahren so aus, dass sie Vorsprung haben .... deshalb sollte China keine Vergeltung üben. Kann nur nach hinten losgehen!"

Donald Trump, US-Präsident:

„China hat die Vereinigten Staaten seit vielen, vielen Jahren ausgenutzt.
Ich spreche nicht nur von der Zeit der Obama-Regierung. Das ging schon lange vorher los. Sie haben 400, 500, 600 Milliarden Dollar pro Jahr aus den Vereinigten Staaten rausgeholt.“

Chinas neue Zölle von 25 statt 10 Prozent auf US-Waren treffen Baumwolle, Maschinen und Getreide.
Die Zölle auf Flugzeugteile und optische Instrumente verdoppeln sich auf 20 Prozent.
Sein Land sei jetzt aber stärker denn je, findet Trump:

„Wir sind in einer sehr starken Position, unsere Wirtschaft hat sich gut gemacht. Ihre nicht. Bei uns ging es enorm hoch seit unserer großartigen Wahl im Jahr 2016. Und wenn man sich die Zahlen ansieht, gingen die bei ihnen ziemlich zurück.“

UNMUT IN DEN USA WÄCHST

In den USA greift die Einsicht um sich, dass US-Verbraucher und kleine und mittlere Unternehmen die Zeche für den Handelskrieg zahlen. Laut Daten der New York Federal Reserve Bank trieben im vergangenen Jahr allein die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium vom März und die Zölle auf chinesische Waren vom Juli den Verbraucherpreisindex um 0,3 Prozentpunkte in die Höhe. Der aktuelle Anstieg der US-Zölle bedroht laut der Beratungsfirma Trade Partnership eine Million Jobs. Die Erhöhung der Zölle auf chinesische Waren von zehn auf 25 Prozent bedeute für US-Normalbürger deutliche Mehrkosten: Eine vierköpfige Familie müsse pro Jahr 767 Dollar mehr ausgeben. Bedroht seien dadurch eine Million Jobs. Bei den Bauern wächst der Unmut, vor allem wegen der Zölle auf US-Agrarprodukte wie Sojabohnen.

Rund sieben Millionen Arbeitsplätze in den USA stehen in Zusammenhang mit dem Handel mit China; geschätzt 39 Millionen sind insgesamt vom Warenaustausch mit dem Ausland abhängig.

Trump wirft China unfaire Handelspraktiken vor und stößt sich vor allem am großen Defizit seines Landes im Handel mit der Volksrepublik. Man sei kurz davor gewesen, ein «großartiges» Abkommen abzuschließen, dann sei China aber abgesprungen. Im kommenden Monat will er den chinesischen Präsidenten Xi Jinping treffen.

Die jüngste Eskalation belastete die Börsen auf beiden Seiten des Atlantiks und schürte die Furcht vor einer Talfahrt der Konjunktur.

“Die Rezessionsgefahren sind definitiv gestiegen, getrieben durch die Unsicherheit, was China und die USA angeht”, sagte Justin Onuekwusi, Fondsmanager bei der Legal & General Investment Management. Seit Juli 2018 überziehen sich China und die USA mit immer höheren Zöllen, was die Weltwirtschaft bereits bremst.

su