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Streit um Atomdeal und Öltanker: Iran warnt Europa

Streit um Atomdeal und Öltanker: Iran warnt Europa
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Im Streit um die Einhaltung des Atomabkommens hat der Iran erneut den Druck auf die europäischen Vertragspartner erhöht. Der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Chamenei drohte der EU bei einem Treffen mit anderen religiösen Führern des Landes damit, die Urananreicherung weiter voranzutreiben, sollten Großbritannien, Frankreich und Deutschland die US-Sanktionen nicht verhindern. Er nannte die Vertragspartner unverschämt: "Sie hatten elf Verpflichtungen und Sie haben sich an keine davon gehalten. Warum sollten wir uns an unsere halten? Wir haben gerade damit begonnen, unsere Zusagen rückgängig zu machen. Dieser Prozess wird definitiv weitergehen."

Die Außenminister der drei EU-Länder hatten am Montag betont, das Atomabkommen sei noch nicht tot. Konkrete Lösungen präsentierten sie jedoch nicht. Teheran hatte wieder damit begonnen, Uran über die vereinbarten Mindestgrenzen hinaus anzureichern, nach dem die USA das Atomabkommen einseitig aufkündigten und wieder Sanktionen gegen den Iran einführten.

Chamenei richtete zudem eine weitere Drohung in Richtung Großbritannien. Es geht um einen iranischen Öltanker, den London in der vergangenen Woche in Gibraltar festsetzte. "Das ist ganz einfach Piraterie", so der iranische Anführer. "Die Islamische Republik wird so eine schlimme Tat natürlich nicht unbeantwortet lassen. Es wird zu einem passenden Zeitpunkt und an einem passenden Ort eine Antwort geben."

Der britische Außenminister Jeremy Hunt hatte am Wochenende eine Freigabe des Schiffes in Aussicht gestellt, sollte der Iran zusichern, dass die Ladung nicht für Syrien bestimmt sei. Laut London besteht der Verdacht, dass der Tanker Öl in das Bürgerkriegsland liefern wollte, was gegen europäische Sanktionen verstößen würde. Der Kapitän und drei weitere Besatzungsmitglieder waren vorübergehend festgenommen worden. Der Iran bestellte daraufhin mehrmals den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof in Gibraltar ordnete jedoch an, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf.