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Frankreich rüstet im All auf: Erste Details zur neuen Weltraumstrategie

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Frankreich rüstet im All auf: Erste Details zur neuen Weltraumstrategie
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Winzige Satelliten, die im Orbit patrouillieren und mit Lasern feindliche Raumfahrzeuge blenden - nur eine Maßnahme der neuen Weltraumstrategie Frankreichs. Das Land will im All aufrüsten. Insgesamt plant die Regierung in den nächsten Jahren mehr als vier Milliarden Euro in seine Weltraumaktivitäten zu investieren. Ziel ist es demnach vor allem, eigene Satelliten besser vor Manövern zu schützen.

Unter Verteidigungsministerin Florence Parly wird ab September in Toulouse ein militärisches Weltraumkommando geschaffen - es soll Teil der Luftwaffe werden. Vorgesehen ist nicht nur die Entwicklung sogenannter Antisatellitenwaffen sondern auch von Beobachtungsinstrumenten gegen feindliche Angriffe. Außerdem sollen Gesetze geändert werden, um dem Militär im All mehr Freiheiten zu ermöglichen. Im September letzten Jahres beschuldigte Parly Russland, einen französischen Satelliten ausspioniert zu haben.

"Wir haben vor niemandem Angst"

"Wir haben vor niemandem Angst", sagte Parly. "Unseren Analysen zufolge, könnte der Weltraum ein potenzieller Ort für Konflikte werden. Die strategischen Untersuchungen, die wir angestellt haben, um unser militärisches Programm vorzubereiten, haben dort mögliche Bedrohungen identifiziert - also ist es unsere Aufgabe, finanzielle Mittel bereitzustellen, um dem zu begegnen."

Daneben will Frankreich mit Deutschland bei der Überwachung von Weltraumschrott zusammenarbeiten - ein immer größer werdendes Problem für Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten im niedrigen Erdorbit.

Antwort auf US-amerikanische "Space Force"

Die verstärkten Weltraumaktivitäten Frankreichs folgen auf eine Ankündigung des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, bis Ende 2020 eine "Space Force" als sechste Teilstreitkraft gründen zu wollen.

Euronews-Reporter Jeremy Wilks fasst die Entwicklungen zusammen:

"Frankreich ist der festen Überzeugung, dass seine Weltraumressourcen ernsthaft bedroht sind - nicht nur seitens anderer Länder, sondern auch seitens des privaten Sektors. Die Ministerin selbst sagte, sie wolle sicherstellen, dass der Weltraum nicht zu einem neuen "Wilden Westen" werde."