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Oxford-Klima-Forscher: "Wetter wie auf Drogen"

Oxford-Klima-Forscher: "Wetter wie auf Drogen"
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In Europa wurden an diesem Donnerstag vielerorts Temperaturrekorde gebrochen. Über den Einfluss des Klimawandels auf dieses Extremwetter haben wir mit dem Klimatologen Karsten Haustein vom Climate Change Institut Oxford gesprochen.

Cornelia Trefflich, euronews: "Wie beurteilen Sie die Hitzerekorde der vergangenen Tage?"

Klimaforscher Karsten Haustein: "Das ist im Prinzip Wetter auf Drogen. Wetter auf Steroids. Und was Klimawandel macht, ist, einfach die Häufigkeit zu erhöhen und die Stärke von so einem Event."

Euronews: "Mit welchen Veränderungen müssen wir rechnen?"

Klimaforscher Karsten Haustein: "Dass wir diesen mediterranen Trockenraum im Prinzip erwarten, dass er sich nach Norden ausdehnt. Das heißt, dass wir im Sommer tatsächlich diese Phasen, wo es länger trocken ist, erwarten sollten. Und gleichzeitig sind die Winterniederschläge tendenziell eher zunehmend."

REUTERS/Peter Nicholls
Am Strand von BrightonREUTERS/Peter Nicholls

"In England und Deutschland leidet die Infrastruktur ganz sicher"

Euronews: Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Gesundheit der Menschen und auf die Infrastruktur?

Klimaforscher Karsten Haustein: "Für Hitzewellen ist es nicht ganz so einfach, da kann man, was ökonomische Schäden angeht, wahrscheinlich nicht so viel sagen. Das sind dann eher die Gesundheitsschäden, die natürlich auch einen ökonomischen Effekt haben, einfach, weil es Ausfälle bedeutet im Arbeitsalter [...] Man kann sich vorstellen, dass natürlich die Infrastruktur bei solchen Ereignissen auch immer darunter leidet, in England und Deutschland ganz sicher.

REUTERS/Philippe Wojazer
Greta Thunberg in ParisREUTERS/Philippe Wojazer

"Klimaproteste sind eine absolut wichtige Sache"

Euronews: Wie kann Ihre Forschung die politische Entscheidungsfindung beeinflussen?

Klimaforscher Karsten Haustein: Für uns natürlich einen fantastischen und viel größeren Effekt haben - zumindest was Europa betrifft - sind jetzt die Klimaproteste. Einerseits hat da ganz klar Paris dazu beigetragen, dass jemand wie Greta Thunberg dort plötzlich die große Bühne bekommt. Aber dass die Proteste von den jungen Leuten so lange andauern - wir haben es hier in Oxford selbst gesehen, wie engagiert die sind! Das ist jetzt nicht: "wir haben jetzt Freitag frei", das ist absolut eine wichtige Sache für sie und wie dort mit deren Hilfe dann tatsächlich in die Medien gekommen ist, wie es die Klimawissenschaft selbst nie hätte machen können."