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Kuba erlaubt erstmals Internetzugang zuhause, mit Einschränkungen

Kuba erlaubt erstmals Internetzugang zuhause, mit Einschränkungen
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Kubaner dürfen ab sofort auch von zu Hause aus auf das Internet zugreifen. Wobei sich die kubanische Regierung bemüht, ihre Autorität sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt zu verteidigen, sagte ein Regierungsbeamter der französischen Nachrichtenagentur AFP.

"Die Kubaner befürworten und verteidigen die Revolution in allen Bereichen, in der realen und in der virtuellen Welt", sagte zudem Ernesto Rodriguez Hernandez, Vizeminister für Kommunikation, in einem Interview.

Laut Hernandez sollte das Internet ein Werkzeug sein, um "die Wahrheit Kubas richtig zu positionieren, nicht um Dinge zu manipulieren", und zwar im ideologischen Kampf mit den Vereinigten Staaten.

Internet am Handy bereits seit Dezember

Im Dezember hatte Kuba das Internet am Handy eingeführt. Damals erhielten Mobiltelefone zum ersten Mal die Möglichkeit, 3G zu nutzen. Und erst seit dem 22. Juli können Kubaner auch Router importieren, ihre Geräte registrieren und private Wlan-Netzwerke aufbauen, die mit Signalen des staatlichen Betreibers ETECSA verbunden sind, so dass sie nicht mehr auf öffentliche Seiten gehen müssen, um sich mit dem Internet zu verbinden.

"Das Ziel des Landes ist es, der gesamten Bevölkerung einen umfassenderen und breiteren Internetzugang zu bieten", sagte der stellvertretende Minister.

Kuba verfügt heute über 1.400 Wlan-Hotspots, rund 80.000 Haushalte haben inzwischen Internetzugang und 2,5 Millionen Kubaner verfügen über ein 3G-Netzwerk.

Privates Internet hat seinen Preis

Allerdings wird die Internetverbindung für den Privatgebrauch zu einem stolzen Preis angeboten - $1 (€0,89) pro Stunde in einem Land, in dem das durchschnittliche Monatsgehalt $50 (€45) beträgt.

Hernadez sagte, das Internet sollte mit der Zeit billiger werden, da immer mehr Menschen Zugang dazu erhalten.

Seit der Einführung von Wlan im Jahr 2013 sind "die Kosten für den Internetzugang um den Faktor vier gesunken", sagte der stellvertretende Minister. Er fügte hinzu, dass "sie weiter sinken werden", da sich die Kommunikationsinfrastruktur der Insel verbessert.

Das Internet als politisches Instrument

Laut Hernandez ist das Internet nicht unpolitisch, da es dazu genutzt werden kann, die Bevölkerung zu "manipulieren":

"Es nützt nichts, Internet-Dienste für diejenigen anzubieten, die nicht wissen wie man zwischen Nützlichem und Schädlichem unterscheidet; nicht alles im Internet ist gut."

Um das Land vor ausländischen Bedrohungen zu schützen, fordert die Regierung "eine verantwortungsvolle Nutzung durch die Bürger" und "die politische Verteidigung und Cybersicherheit angesichts von Bedrohungen, Angriffen und Risiken aller Art".

Das bedeutet, dass diejenigen, die einen privaten Hausanschluss wollen, bereit sein müssen, die Revolution online zu "verteidigen", wenn nötig unter den Vorschriften des Kommunikationsministeriums mit Hilfe der "revolutionären Streitkräfte und des Innenministeriums".

Um Cyber-Bedrohungen oder Gehirnwäsche zu begrenzen, werden private Internetverbindungen von den Behörden von Anfang an genau überwacht.

NGO: Regierungskritische Webseiten werden blockiert

Laut der NGO Freedom House hat nur ein kleiner Prozentsatz der kubanischen Bevölkerung Zugang zum Internet, und regierungskritische Webseiten bleiben blockiert.

Hernadez behauptet, dass dies normal sei.

"Wir wollen keine Internetseiten, die Diskriminierung fördern oder sich mit Themen befassen, die gegen Moral, Ethik und verantwortungsvolles Verhalten verstoßen", sagte er.

"Es ist das Recht eines jeden Staates, sein Volk und seine Gesellschaft vor solchen Praktiken zu schützen - und ich glaube, dass jedes Land der Welt dies tut."