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Erneut Hunderte Festnahmen bei Protesten in Moskau

Erneut Hunderte Festnahmen bei Protesten in Moskau
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Die Proteste gegen Willkür in Russland reißen nicht ab. Auch Verbote hindern viele Moskauer nicht daran, für freie Wahlen einzutreten. Die Opposition hofft darauf, dass ihre Kandidaten zu den Regionalwahlen zugelassen werden. Doch die Polizei greift wieder hart durch.

Nach ihrer Verhaftung erscheint Ljubow Sobol am Freitag vor Gericht in einem Moskauer Vorort. Umgerechnet 4300 Euro soll sie zahlen, weil sie gegen das russische Demonstrationsrecht verstoßen habt, so das Gericht. Stunden zuvor hatte die Polizei die Juristin auf dem Weg zu einer Demonstration abgefangen, bei der dann Hunderte weitere verhaftet wurden.

Juristin im Hungerstreik - eine von Hunderten Verhafteten

Sobol kämpft für ihre Zulassung als Kandidatin zur Wahl des Moskauer Stadtrats im September. Sie befindet sich deswegen im Hungerstreik und gilt als körperlich geschwächt. Die Wahlleitung hatte sie und viele andere nicht systemtreuen Anwärter als Kandidaten abgewiesen, wegen angeblicher Formfehler. Dagegen hatten am Freitag erneut Tausende in Moskau protestiert.

"Das Wichtigste ist wahrscheinlich, dass die Menschen sehen, dass sie nicht allein sind mit ihrem Ärger über das, was bei diesen Wahlen passiert", so Bürgerrechtler Gregory Melkonyants am Rande der Proteste vom Freitag. "Sie wollen den Wandel. Sie wollen, dass alle Kandidaten zugelassen werden, dass das Gesetz geachtet wird. Es sind kleine Schritte, aber sie führen dazu, dass die Gerechtigkeit siegt."

Demonstranten gehen weiter auf die Straße

Das russische Innenministerium sprach am Freitag von rund 600 Festnahmen. Insgesamt hätten 1500 Menschen an der Protestaktion teilgenommen. Dem Bürgerrechtsportal OWD-Info zufolge kamen 828 Menschen in Gewahrsam. In den vergangenen Tagen war es bereits mehrfach zu ähnlichen Demonstrationen und zu Hunderten Festnahmen gekommen.