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Schwelender Konflikt: Georgien gedenkt des Kaukasuskrieges

Schwelender Konflikt: Georgien gedenkt des Kaukasuskrieges
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Georgien hat der Opfer des Kaukasuskriegs gedacht. Am elften Jahrestag des Ausbruchs des Konflikts mit Russland legten Präsidentin Salome Surabischwili und Regierungschef Mamuka Bachtadze in Tiflis Blumen nieder. Bachtadze rief das Land zu Einigkeit auf: Die russische Besetzung der im Krieg verlorenen Gebiete sei ein Schmerz, der alle Georgier vereine, unabhängig von der politischen Gesinnung. Er sei zuversichtlich, dass Georgien die Besatzung überwinden werde.

Das russiche Militär war 2008 in Südossetien einmarschiert, nachdem zuvor georgische Truppen die Region angegriffen hatten, da sich diese von Georgien loslösen wollte. Die EU vermittelte nach fünf Tagen ein Waffenstillstandsabkommen. Russland erkannte im Gegensatz zu Georgien und vielen anderen Staaten die Unabhängigkeit Südossetiens und der ebenfalls von Tiflis abtrünnigen Region Abchasien an. Bis heute sind russische Truppen in den Gebieten vor Ort. Moskau habe seine Militärpräsenz dort sogar noch verstärkt und verletzte damit internationales Recht sowie die Vereinbarungen des Waffenstillstandsabkommens, so Carlos Martin Ruiz De Gordejuela, Sprecher der EU-Kommission.

850 Tote im Konflikt um Südossetien

Der Kreml verteidigte den Einmarsch in Georgien vor elf Jahren gegenüber Euronews. Die Operation habe ein einziges Ziel gehabt und das sei das Beenden der georgischen Aggression gewesen und das Verhindern möglicher weiterer Angriffe. Die Art und Weise, wie die Operation ausgeführt wurde, sei der Bedrohung durch Georgien angepasst gewesen. Die Einheiten der Russischen Föderation seien nach dem Ende der Militäroperation aus den Gebieten zurückgezogen worden.

In dem fünftägigen Konflikt kamen laut Untersuchungen der EU ums Leben. Zehntausende wurden vertrieben. Noch heute leben in Georgien Flüchtlinge aus Südossetien und Abchasien in eigentlich temporären Unterkünften. "Ich habe mein Leben dort gelassen", sagt Edik Gogidze aus Südossetien. "Meine Vorfahren leben da und ich kann nicht mal ihre Gräber besuchen. Mein Haus wurde niedergebrannt. Es gibt nichts mehr, zu dem ich zurückkehren könnte."

Der Konflikt schwelt noch heute: Auf den Auftritt eines russischen Politikers im georgischen Parlament im Juni folgten anti-russische Proteste und ein Flugverbot zwischen beiden Ländern. Russische PolitikerInnen forderten Sanktionen gegen Georgien. Präsident Wladimir Putin sprach sich aber dagegen aus.