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Ein Wald mit 15.000 Bäumen soll verschwinden - zugunsten eines Steinbruchs

Ein Wald mit 15.000 Bäumen soll verschwinden - zugunsten eines Steinbruchs
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Die ganze Welt schaut derzeit auf den brasilianischen Regenwald - doch auch in Europa verschwinden viele Wälder.

Mitten im ungarischen Pilis-Gebirge, rund 30 Kilometer nördlich von Budapest, befindet sich ein stillgelegter Steinbruch, den die Natur bereits zurückerobert hat.

Straßenbau statt Naturschutz

Die umliegenden Wälder stehen unter Naturschutz, der Steinbruch jedoch nicht. Er soll abgetragen werden, dies hätte erhebliche Folgen für die Natur.

Denn das Pilis-Gebirge wird auch als die Lunge der Hauptstadt bezeichnet. Der Steinbruch, der so lange verlassen war, macht jetzt Schlagzeilen. Der Kalkstein bricht leicht und ist somit ideal für den Straßenbau.

Bewohner wollen ihren Wald behalten

Die Menschen in den angrenzenden Dörfern wollen nicht, dass ihr Hügel weggesprengt wird und dafür rund 15.000 Bäume weichen müssen. Bei einer Anhörung im Rathaus machten Sie ihrem Ärger Luft, man habe die Privatisierung satt, wenigstens die Natur solle man ihnen lassen.

Rechtlich gesehen darf der Steinbruch wieder genutzt werden. Nach Angaben der Bürgermeisterin des in unmittelbarar Nähe liegenden Dorfes Pilisszántó, Tamásné Csicsmanczai, könnte dies dazu führen, dass wichtige Lebensräume für Tiere und seltene Arten verschwinden.

Die Besitzer des Steinbruchs würden sich jedoch nicht für die Sorgen der Bürger interessieren, bisher habe noch niemand von ihnen mit der Gemeinde gesprochen, so die Bürgermeisterin.

Abbau hätte katastrophale Folgen für die Natur

Die Bewohner der umliegenden Dörfer zeigen Initiative und setzen sich für die Rettung des Steinbruchs ein. Ein Anwohner erklärt die Ausmaße der Zerstörung:

"Dieses Gebiet wird auch als 'Natur-2000-Forstwirtschaft' bezeichnet, das heißt, es ist ein national geschütztes Waldgebiet - mit Ausnahme dieser Bergbauregion.

Doch alles, was sich in unmittelbarer Nähe befindet, die Wälder, die Bäume, das alles liegt unter strengem Naturschutz. Wenn der Abbau der Mine beginnt, werden die Lastwagen natürlich ständig durch dieses Gebiet fahren. Die Natur würde dadurch extrem leiden. Abgesehen davon müssten dann etwa 15.000 Bäume gefällt werden, um mit den Arbeiten am Steinbruch zu beginnen."

Bürgerprotest erfolgreich: Öffnung der Mine wurde verschoben

Ein Sprecher des Investors, der den Abbau vorantreibt, wollte sich gegenüber Euronews nicht äußern. Die Bürger jedoch konnten mit ihrem Protest einen kleinen Erfolg verbuchen.

Denn nachdem die Pläne zur Öffnung der Mine publik wurden, bildete sich sofort großer Widerstand in der Bevölkerung. Daraufhin entschied sich der Besitzer, den Abbau der Mine vorerst zu verschieben.