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Fehlalarm: Wenn Fitnessapps Gesunde zum Arzt treiben

Fehlalarm: Wenn Fitnessapps Gesunde zum Arzt treiben
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Für viele Sportlerinnen und Sportler sind sie heutzutage unverzichtbar: Armbänder und Apps, die Schritte zählen und die Herzfrequenz messen. Auch die dänische Studentin Lotte Rokkedrejer Rolighed aus Aalborg nutzt sie. "Ich finde es interessant, beim Training zu sehen, wie stark mein Puls sich verändert und so weiter", sagt sie.

Annette Engsig ist Ärtzin in Engsig. Sie kann wenig mit den Ratschlägen der elektronischen Fitnessassistenten anfangen: "Die App sagt einem, wie man geschlafen hat, anstatt dass man das einfach selbst fühlt!"

Für Engsig sind die Fitnesstracker nicht nur nervig, sie machen ihr auch mehr Arbeit: "Die Patientinnen und Patienten kommen und sagen, 'ich kann auf meiner App sehen, dass ich nachts nicht richtig schlafe' oder, 'ich kann sehen, dass mein Puls zu schnell ist'. Ich mache die Erfahrung, dass die Apps Sorgen hervorrufen, obwohl man gar nicht krank ist."

Auch in Deutschland nutzen Hunderttausende Fitness- und Gesundheitsapps, nicht nur zum Schrittemessen und Schlafüberwachen. Apps können Blutzuckerwerte messen, Pollenflug vorhersagen, bei der Rauchentwöhnung helfen. Der Markt ist jedoch nicht geregelt und die Diagnosen und Tipps sind nicht immer zuverlässig. Das macht auch der dänischen Ärztekammer Sorgen, wie Christina Frøslev-Friis, Chefin des Digitalkomitees erklärt: "Die Apps melden viele Dinge, was bedeutet, dass Menschen, die total gesund sind, sich Sorgen machen und zum Arzt gehen. In einem finanziell angespannten Gesundheitssystem muss man sich fragen, ob wir unsere Ressourcen nicht besser nutzen können."

Also, am besten aufs eigene Gefühl vertrauen, ob mit Fitnessband oder ohne, sagt sich auch Lotte Rolighed: "Man muss sich wahrscheinlich keine Sorgen machen, wenn man sich sonst gut fühlt."