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Präsidentschaftskandidat Nabil Karoui sieht "Herz Tunesiens" vorn

Präsidentschaftskandidat Nabil Karoui sieht "Herz Tunesiens" vorn
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Reuters
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Der in Haft befindliche tunesische Präsidentschaftskandidat Nabil Karoui hat erklärt, dass seine Partei "Herz Tunesiens" bei den Parlamentswahlen an diesen Sonntag die meisten Stimmen bekommen hat. Woher die Information stammt, war zunächst unklar. Karouis Erklärung lag der Nachrichtenagentur Reuters vor – sie war gut eine halbe Stunde nach dem Schließen der Wahllokale eingegangen.

Wenig später erklärte sich auch Tunesiens moderat islamistische Partei "Ennahada " zum Gewinner der Parlamentswahlen. Das erklärte ein Sprecher der Partei unter Berufunge auf vorläufige Wahlergebnisse.

Wie schon bei den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Monat zeichnet sich bei den Parlamentswahlen eine geringe Wahlbeteiligung aus.

Der Fernsehmogul Nabil Karoui war im August wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche festgenommen worden. Er bestreitet die Vorwürfe. Im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen war er in die Stichwahl gekommen - muss aber vorerst weiter in Haft bleiben, wie ein Gericht am 1. Oktober entschied. In der Stichwahl am 13. Oktober wird er gegen den pensionierten Rechtsprofessor Kais Said antreten, sollte er nicht vorher verurteilt werden. Dies gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Die Partei mit den meisten Sitzen im Parlament wird nun einen Ministerpräsidenten ernennen. Dieser hat dann zwei Monate Zeit, um eine Regierung zu bilden.

Die Bevölkerung des nordafrikanischen Landes war dazu aufgerufen, die 217 Mitglieder des Parlaments zu bestimmen. Insgesamt standen 15.000 Kandidaten zur Wahl, viele von ihnen treten unabhängig an. Den bisher im Parlament vertretenen Parteien wurden herbe Verluste prognostiziert.

Seit dem arabischen Frühling 2011 hat das Land tiefgreifende Reformen durchgeführt, doch ein wirtschaftlicher Aufschwung blieb bislang aus. Viele Menschen sind unzufrieden und boykottieren die Wahlen. Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen vor rund einem Monat waren gerade mal 45 Prozent der Wahlberechtigen an die Urnen gegangen.