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45,3 Prozent der Stimmen - Morales muss trotzdem in die Stichwahl

45,3 Prozent der Stimmen - Morales muss trotzdem in die Stichwahl
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Nach der skandalumwitterten Präsidentschaftswahl in Bolivien hat sich Amtsinhaber Evo Morales in der Hauptstadt La Paz als Sieger feiern lassen. Laut des vorläufigen Ergebnisses der Wahlkommission konnte der linksgerichtete Morales 45,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Morales hatte sich für eine vierte Amtszeit beworben, obwohl diese gemäß der Verfassung verboten ist.

Der 59-Jährige umging das Verbot, indem er sich die vierte Kandidatur durch das Verfassungsgericht genehmigen ließ: "Das ist ein neuer Triumph, wir haben einmal mehr gewonnen. Das sind jetzt vier Wahlsiege hintereinander."

"Unwiderruflicher Sieg"

Sein gemäßigt konservativer Rivale, Ex-Präsident Carlos Mesa, kam laut der Wahlkommission auf 38,2 Prozent der Stimmen. Für den Sieg in der ersten Wahlrunde sind entweder eine absolute Mehrheit oder mindestens 40 Prozent mit zehn Prozentpunkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten, in diesem Fall also Mesa, erforderlich.

Mesa sprach von einem "unwiderruflichen Sieg". Seine Anhänger der "Allianz Bürgerbewegung" bejubelten den wahrscheinlichen Einzug in die Stichwahl, die Medienberichten zufolge am 15. Dezember stattfinden könnte. Der 59-Jährige Mesa rief bei seiner Dankesrede alle Oppositionsparteien auf, ihn bei der kommenden Abstimmung zu unterstützen: "Jetzt ist der Weg geebnet zu einem definitiven Triumph in der zweiten Runde."

Erfolgsserie gerissen

Morales ist das erste indigene Staatsoberhaupt Bolviens und hatte die drei vorangegangenen Präsidentschaftswahlen jeweils mit absoluter Mehrheit für sich entschieden.

Sein juristisch-politisches Manöver für die Aufstellung zur Wahl hat ihn allerdings viele Sympathien gekostet und zu einer Protestbewegung geführt. Am Wahlabend wurden rund hundert Menschen festgenommen, die in der größten bolivianischen Stadt Santa Cruz gegen die Kandidatur von Morales protestiert hatten.

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