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Ein Spray kann uns künftig vor Terror-Anschlägen mit TATP schützen

Ein Spray kann uns künftig vor Terror-Anschlägen mit TATP schützen
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TATP ist ein hochexplosiver Sprengstoff, der oft von Terroristen verwendet wird. Er ist sehr empfindlich gegen Schlag, Reibung und Wärme, was schnell zu plötzlichen und heftigen Detonationen führen kann. Diese Eigenschaften machen es schwierig, Polizeihunde auszubilden und Detektoren an überfüllten Orten wie Flughäfen zu inspizieren.Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (GFS) in Geel ist der Frage nachgegangen, wie man die Sicherheit von Fahrgästen und Besuchern von Großveranstaltungen gewährleisten kann.

Unterstützung für die vierbeinigen Spürnasen

Die europäischen Forscher haben ein Spray entwicklet, das helfen kann: ein TATP-Spray.

Die Polizei stellt an einem Flughafen mithilfe von Polizeihunden sicher, dass mögliche Sprengstoffe in Gepäckstücken rechtszeitig entdeckt werden. Ihre ausgebildeten Hunde können selbst kleinste Mengen Sprengstoff erschnüffeln.

Rony Vandaele, Direktor der Hundeeinheit der Belgischen Polizei: "Wir können sie sehr gut ausbilden, wir können ihnen verschiedene Arten von Sprengstoffen beibringen. Die Art und Weise, wie sie arbeiten und mit welcher Geschwindigkeit, das ist sehr effektiv. Kein Roboter kann sie ersetzen, um die gleiche Arbeit in der gleichen Zeit zu erledigen".

Für das Training werden Gepäckstücke mit der Lösung besprüht, die TATP enthält. Die Polizeihunde finden die unter den Passagieren versteckten, preparierten Taschen zuverlässig.

Rony Vandaele, Direktor der Hundeeinheit der Belgischen Polizei:"Das ist echtes TATP, aber in einer sehr kleinen Menge. Es ist also ein sehr nützlicher und sicherer Weg, um Hunde auszubilden und sicherzustellen, dass sie die Selbstmordattentäter erkennen, die bereit sind, Angriffe in einem öffentlichen Raum zu verüben."

Das Probelm ist, das TATP hochempfindlich ist und sehr schnell detonieren kann, es lässt sich schlecht transportieren.

Dimitris Kyprianou, Chemieanalyst beim GFS: "Die Hauptkomponente des Sprays ist Isopropanol, so kann es sicher transportiert werden, wann immer es gebraucht wird. Isopropanol verdunstet schnell und hinterlässt etwas TATP an der Oberfläche - eine sehr kleine Menge, die sicher zu handhaben ist."

Das Spray, das von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (GFS) in Geel entwickelt wurde, wird mit modernsten Geräten in kontrollierten Labors hergestellt. Die Behörden in den EU-Ländern nutzen es, um sicherzustellen, dass ihre Methoden zum Sprengstoffnachweis den strengen europäischen Normen entsprechen.

Eine große Hilfe für Inspektoren und Hundführer

Moderne Analysegeräte kontrollieren die genaue Menge und Reinheit von TATP in den produzierten Sprays, um sicher zu stellen, dass diese neue Technologie zuverlässig und effizient ist.

Gabriela Diaconu, Chemikerin beim GFS:"Wir arbeiten mit einer Technologie namens IMS, der Ionenbeweglichkeitsspektrometrie, sie macht es möglich, sehr kleine Mengen an Sprengstoffen zu erkennen. Sie wird verwendet, um die Instrumente zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie auf einem hohen Niveau funktionieren. Es ist sehr einfach zu bedienen und sicher."

Das Spray ist in einem Test-Kit für Luftsicherheitsinspektoren, es enthält Proben verschiedener gefährlicher Materialien. Die Inspektoren sind geschult, dieses Kit mit Geräten wie elektronischen Detektoren zu verwenden, die man oft an Flughafen-Kontrollpunkten sehen kann. Das Spray hilft bei der Schulung des Sicherheitspersonals. Es ermöglicht den Inspektoren, zu überprüfen, ob elektronische Detektoren TATP schnell und zuverlässig identifizieren können.

Bartel Meersman, Leiter der Abteilung für Verkehr und Grenzsicherung beim GFS in Geel: "Die Methode gibt den Behörden die notwendigen Werkzeuge an die Hand, um die Ausrüstung zu überprüfen oder besser mit den Hunden zu arbeiten. Wir arbeiten natürlich daran, die Sicherheit in Europa zu erhöhen, damit Menschen sich ein Rockkonzert besuchen können oder am Flughafen ein Flugzeug nehmen können."

Dank des neuen TATP-Sprays muss in der Hundeausbildung kein gefährlicher Sprengstoff mehr eingesetzt werden - so bleiben Polizeihunde und ihre Betreuer sicher.

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