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Sacharow-Preisträger Oleg Senzow im Euronews-Interview

Sacharow-Preisträger Oleg Senzow im Euronews-Interview
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REUTERS/VINCENT KESSLER
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Bis vor ein paar Monaten war Oleg Senzow in einem russischen Gefängnis inhaftiert. Der 43-Jährige bekam mit gut einem Jahr Verspätung den renommierten Sacharow-Preis 2018 überreicht. Der Regisseur saß fünf Jahre lang wegen angeblicher Terrorpläne in einem russischen Straflager.

Dazu David Sassoli, Präsident des Europäischen Parlaments:

"Herr Senzow, ich möchte ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihr Ehrgefühl würdigen. Es ist mir eine Ehre, diesen Preis im Namen aller Mitglieder des Europäischen Parlaments vergeben zu können".

Nach der russischen Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim, wurde Senzow 2015 in einem umstrittenen Prozess in Russland, zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner Haft trat er für mehrere Monate in einen Hungerstreik, um die Freilassung politischer Gefangener zu erwirken.

"Während wir hier warm in Straßburg sitzen und sicher miteinander reden, sind unsere Mitstreiter noch in Russland. Sie erleben vielleicht sogar großes Leid, von dem wir nichts wissen. Mehr als hundert Dissidenten sitzen in russischen Gefängnissen und mehr als zweihundert in Gefängnissen im Donbass".

Senzow wurde nach der Annexion der Krim verhaftet, die aber nur Teil eines viel breiteren, fast vergessenen Konflikts in der Ukraine ist. Es wurden einige Fortschritte erzielt, aber im Grunde herrscht noch immer viel Misstrauen zwischen beiden Seiten.

Oleg Senzow glaubt, dass der Druck auf Präsident Wladimir in Russland anwächst.

"Das russische Volk ist müde, von der politischen Propaganda. In den letzten fünf Jahren wurde das Leben der Menschen immer schlechter, aber im Fernsehen wird ihnen erzählt, dass sie immer besser leben. Jetzt hören die Menschen auf, daran zu glauben. In den fünf Jahren, die ich in Russland verbracht habe, wurde ihnen nur von der Ukraine erzählt".

Offenbar war es der öffentliche Druck der Weltgemeinschaft, der die Freilassung von Sentzow bewirkt hat. Allerdings scheint es so, dass erneuter Druck auf die russische Regierung und ihren Präsidenten Wladimir Putin die Realität der eingefrorenen Schlachtlinien in der Ostukraine aktuell nicht verändern wird.

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