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Gefangenen-Austausch Kiew-Moskau «erst der Anfang»

Gefangenen-Austausch Kiew-Moskau «erst der Anfang»
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Rund fünf Jahre nach Beginn des Krim-Konflikts haben die Ukraine und Russland einen großen Gefangenenaustausch abgeschlossen. Die Flugzeuge aus beiden Ländern landeten fast gleichzeitig auf den Flughäfen der Hauptstädte. In Kiew trafen unter anderem die 24 ukrainischen Seeleute ein, die seit November in russischer Haft gesessen hatten. An Bord der Maschine war außerdem der ukrainische Regisseur Oleg Senzow.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm die Freigelassenen in Empfang - mit Handschlag und Umarmung.

Auf die Frage: „Ist das ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine?“ sagte Selenskyj:

“Das ist das erste Kapitel, meine ich”

MOSKAU

In Moskau landete eine Maschine mit Gefangenen, die Kiew zuvor auf Verlangen der russischen Behörden aus der Haft entlassen hatte. Zuletzt hatte Staatspräsident Selenskyj mehrere Inhaftierte für die Übergabe an Russland begnadigt. Erst in der vergangenen Woche hatte ein ukrainisches Gericht auch den des Hochverrats beschuldigten russischen Journalisten Kirill Wyschinski aus der Untersuchungshaft entlassen.

Wyschinski ist Leiter des Ukraine-Büros einer staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Der 52-Jährige war im Mai 2018 vom ukrainischen Geheimdienst festgenommen worden, weil er in Artikeln die russische Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 gerechtfertigt haben soll. Putin hatte die Verhaftung Wyschinskis wiederholt verurteilt. 2015 hatte er dem Journalisten per Dekret die russische Staatsangehörigkeit zugebilligt.

DUTZENDE HOFFEN

Moskau und Kiew hatten auf Initiative des ukrainischen Präsidenten Selenskyj seit Ende Juli über den Austausch von Gefangenen zur Entspannung der beiderseitigen Beziehungen verhandelt . Der Austausch sollte nach der Formel 35 gegen 35 erfolgen.

Bleibt die Hoffnung, dass alle Gefangenen auf beiden Seiten schnell freikommen. Wie viele insgesamt in Haft sind, ist nicht bekannt. Kiew übergab im Juli eigenen Angaben zufolge Moskau
eine Liste mit den Namen von 150 Ukrainern, die in russischen
Gefängnissen säßen.

Hintergrund ist der Konflikt zwischen beiden Ex-Sowjetrepubliken. Russland hatte vor gut fünf Jahren die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Seit 2014 stehen zudem Teile der ostukrainischen Gebiete
Donezk und Luhansk an der Grenze zu Russland unter Kontrolle von Aufständischen, die von Moskau unterstützt werden. Bei Kämpfen dort wurden nach UN-Schätzungen rund 13 000 Menschen getötet.

su