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"Völlig baff": Presseschau zum #SPDVorsitz und 10 Tweets des Tages

"Völlig baff": Presseschau zum #SPDVorsitz und 10 Tweets des Tages
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REUTERS/Fabrizio Bensch
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Dass das sehr GroKo-kritische Duo bestehend aus Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans von den SPD-Mitgliedern an die Spitze der Partei gewählt wurde, hat viele überrascht. Geradezu "baff" zeigte sich der Chef einer anderen Partei, der das auch auf Twitter eingestand: FDP-Chef Christian Lindner. Dessen Tweet kürten kann viele zum Tweet des Tages (siehe weiter unten).

Esken und Walter-Borjans hatten den Mitgliederentscheid mit 53,06 Prozent der Stimmen gewonnen. Das andere Bewerberduo, Klara Geywitz und Olaf Scholz, hatte lediglich 45,33 Prozent erhalten. Etwas mehr als die Hälfte der SPD-Mitglieder hatten abgestimmt: die Wahlbeteiligung lag bei 54,09 Prozent.

Viele Politexperten sehen das baldige Ende der aktuellen Koalitionsregierung, optimistische Stimmen hoffen auf einen Neuanfang bei der SPD, die meisten aber glauben, dass schwierige Zeiten auf die Sozialdemokraten zukommen.

"SPD-Basis entscheidet sich für das ganz große Experiment" meint Stefan Braun in der Süddeutschen Zeitung. "Und so steht Scholz mit eingefrorenen Gesichtszügen auf der Bühne und findet nur wenige Worte. Ja, auch er gratuliere den Siegern. Die SPD habe eine Entscheidung getroffen. Und hinter der müssten sich jetzt alle versammeln. "Ich wünsche Euch alles Gute für die SPD, die unsere gemeinsame Sache ist." Im Übrigen: "Alles Gute!" Es ist die bitterste Niederlage von Scholz in der SPD. Er hat öfter mal mittelmäßige Wahlergebnisse in der Partei eingefahren. Aber das jetzt toppt alles. Und wird Folgen haben. Auch wenn die in den ersten Minuten noch unkonkret bleiben."

"Versöhnen statt spalten" lautet die optimistischere Analyse von Stefan Reinecke in der taz. Er meint: "Das Votum für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans ist ein historischer Einschnitt. Denn es gehört zur DNA der Sozialdemokratie, dass die Basis am Ende immer murrend der Führung folgt. Doch die SPD-Basis glaubt den Glaubenssätzen des Weiter-so und den rituellen Beschwörungen der Verantwortungsethik nicht mehr.

Diese Wahl ist aber weniger eine für Esken und Nowabo und deren besonders glanzvolle Performance. Sie ist ein deftiges Misstrauensvotum gegen das Parteiestablishment, das komplett Scholz & Geywitz stützte. Dass die Wahlbeteiligung bescheiden war, zeigt wie erschöpft die Partei ist."

"Die Knallige und der Ökonom" titelt Mona Jaeger in der FAZ. "In den nächsten Tagen wird es erst mal um die Zukunft der großen Koalition gehen. Walter-Borjans und Esken fordern das Ende, haben dabei aber schon deutlich abgerüstet. Selbst Esken, die wesentlich entschiedener den Ausstieg forderte, sagte schon, dass die SPD ihre Minister nicht sofort aus der Regierung abziehen werde, sollte der Parteitag ab Freitag das Ende der Koalition fordern. Aber trotzdem wird die neue Parteispitze dann etwas tun müssen, um ihre noch frische Autorität nicht gleich wieder zu verlieren. Sie müssen mit dem Teil der Partei umgehen, der nicht für sie stimmte. Esken hat schon getwittert: „Wichtigste Aufgabe des neuen Führungsteams wird es, beide Hände weit auszustrecken und alle einzuladen.“

Und es wird zum offenen Streit mit der Bundestagsfraktion kommen, die mehrheitlich in der Regierung bleiben will. Nur so viel steht nach der Mitgliederbefragung fest: Es wird sich jetzt viel ändern in der SPD. Aber ist das auch zu ihrem Vorteil?"

"Will die SPD unter die 10 Prozent-Marke fallen?" fragt Stephan Haselberger im Berliner Tagesspiegel. Und er schreibt: "Lange Zeit ist es der SPD gelungen, eine Brücke zu schlagen über die unterschiedlichen Milieus und Einkommensgruppen hinweg. Für die Demokratie wäre es ein Grund zu Trauer, sollte sich die deutsche Sozialdemokratie nun in die Bedeutungslosigkeit verabschieden. Ein gefährlichen Schritt dorthin hat sie jetzt getan."

Hier einige der interessantesten Reaktionen auf Twitter.

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