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Intelligenter Tourismus in Benidorm: das mediterrane Manhattan wandelt sich

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Intelligenter Tourismus in Benidorm: das mediterrane Manhattan wandelt sich
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Erfolg im Tourismus misst sich nicht nur an der Besucherzahl: In qualitativ hochwertigen Angeboten und geringen Umweltauswirkungen liegt die Zukunft der Branche. Darauf setzt Benidorm, die als erste spanische Stadt mit dem Zertifikat "Intelligente Tourismus-Destination" werben kann. Nachhaltiger und intelligenter Tourismus in Benidorm ist das Thema dieser Focus-Folge.

Benidorm steigt auf intelligenten Tourismus um

Benidorm an der spanischen Mittelmeerküste ist bekannt für lange Sandstrände, eine spektakuläre Skyline und ein quirliges Sommerleben. Beliebt und kritisiert, überrascht die Stadt immer wieder aufs Neue: Das mediterrane Manhattan hat sich zu einem nachhaltigen und barrierefreien Reiseziel entwickelt.

"Benidorm ist die erste spanische Stadt, die dank Innovation, Barrierefreiheit, digitalem Umbau und ihrem vertikalen Modell, das eine bessere Nutzung der Ressourcen ermöglicht, mit dem Zertifikat "Intelligente Tourismus-Destination" ausgezeichnet wurde", so euronews-Reporterin Cristina Giner.

Benidorm ist Spaniens erstes intelligentes Reiseziel. Das Zertifikat wird vom Instituto para la Calidad Turística de España (ICTE) ausgestellt. 2018 hat die Stadt das von AENOR durchgeführte Zertifizierungsaudit nach der Norm UNE 178501 des von Segittur geförderten Intelligent Tourism Destination Management System (SGDTI) bestanden.

Nachhaltige Mobilität

Nachhaltige Mobilität ist wichtig für eine Stadt mit 180.000 Einwohnern, die im Sommer von rund einer halben Million Menschen bevölkert wird. Das Fahren mit E-Autos ist bereits eine Option. In Benidorm gibt es zehn Ladestellen für Elektro-Fahrzeuge.

Auch in der Hotelbranche ist die "grüne Revolution" ein Thema, wie Mayte García Corcoles vom Hotel-Businessverband erklärt: "In den vergangenen vier Jahren wurden in der Hotelbranche 300 Millionen Euro investiert unter anderem in erneuerbare Energiesysteme und effizientere Maschinen. Dadurch werden Ressourcen besser genutzt."

Ein Viertel der Betriebe nutzen bereits erneuerbare Energien. Die kostspieligen Investitionen verringern die Betriebskosten und verbessern den ökologischen Fußabdruck. Aber in einer intelligenten Tourismus-Destination geht es nicht nur um Nachhaltigkeit.

Barrierefreiheit und Zugang zu Informationen

Sam Nottingham kommt aus Nottingham. Seit 15 Jahren macht er Urlaub in Benidorm. Und er kommt nicht nur wegen des guten Wetters und der herrlichen Strände: "Ich liebe Benidorm. Hier kann ich mich ohne Probleme bewegen, vieles ist barrierefrei. Als wir das erste Mal hier waren, gab es noch keine abgesenkten Bürgersteigkanten oder Rampen. Da war es etwas schwieriger für mich. Aber es wird von Jahr zu Jahr besser", meint der Rollstuhlfahrer.

Aber bei der Inklusion geht es nicht nur um die Überwindung physischer Barrieren, sondern auch um den Zugang zu Informationen. Quico Saval, ein blinder Einwohner Benidorms, hat eng mit den Behörden zusammengearbeitet. Er half dabei, Braillekarten zu erstellen, mit der man die Stadt kennenlernen kann: "Jeder Mensch hat das Recht, einen Ort, eine Show oder eine Information zu genießen", sagt er. "Die Schwierigkeit bei einem Denkmal besteht darin, dass wir es nicht mit den Händen entdecken können, um ungefähr eine Vorstellung wie ein Sehender davon zu bekommen. Im unteren Teil der Infotafel haben wir Informationen und Reliefs für Blinde zusammengestellt, damit sie sich ein Bild machen können."

Dank neuer Technologien kann Quico mittels dem Scannen eines QR-Codes auf die Geschichte von Denkmälern und Sehenswürdigkeiten in sechs Sprachen zugreifen.

80 Kilometer Fahradweg-Netz

Heute kann man den Charme des ehemaligen Fischerdorfs auch auf dem Fahrrad genießen. Benidorm hat ein Fahrradweg-Netz von 80 Kilometern von Tossal de la Cala bis Serra Gelada. Auch Elektro-Fahrräder kann man mieten. Sergio Ruiz, Besitzer von Tao-Bike, sagt:

"Wenn die Touristen sehen, wie einfach und schnell man sich in der Stadt mit dem Fahrrad bewegen und es überall parken kann, dann mieten sie oft ein Fahrrad für ihren gesamten Aufenthalt. Und sie bleiben nicht nur am Strand am Hotel, sondern erkunden die Küste. Das Ziel ist dabei, eine gute Zeit zu haben, ohne die Umwelt zu schädigen."

In der nachhaltigen und barrierefreien Entwicklung des Kultur- und Naturerbes liegt die Zukunft des Tourismus. Benidorm ist dabei auf einem guten Weg.