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UN-Gesandter: "Lasst eure Hände von Libyen"

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UN-Gesandter: "Lasst eure Hände von Libyen"
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"Lasst eure Hände von Libyen": Mit diesen deutlichen Worten hat der Gesandte des Landes bei den Vereinten Nationen, Charles Salamé, das Ausland zur Nichteinmischung in den herrschenden Bürgerkrieg aufgefordert.

Zur Begründung sagte Salamé, Libyen leide schon genug durch vielfältige ausländische Interventionen. Und: Libyen brauche keine weiteren Waffen und Söldner, von beidem gebe es dort genug.

Die international anerkannte Regierung hat ihren Machtbereich um Tripolis. Der Osten des Landes wird vom abtrünnigen General Chalifa Haftar kontrolliert, dessen Milizen seit Monaten in Richtung der Hauptstadt vorrücken. Die Folge ist ein nationales Chaos.

Der italienische Analyst und Libyen-Experte Roberto Aliboni vom Institut "Istituto affari internazionali" sagte im euronews-Interview: "Nach dem ziemlich epochalen Scheitern der amerikanischen und europäischen Politik, die nur auf der Idee beruhte, dass Handel und Demokratie die Dinge verändern könnten, muss nun etwas mehr getan werden. Denn jetzt findet auf der Ebene der europäischen Mittelmeerpolitik praktisch nichts mehr statt."

EU-Quartett berät über Libyen

Doch die EU bewegt sich. Auch wegen des Libyen-Konflikts kommen an diesem Dienstag in Brüssel die Außenminister Italiens, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zusammen.

Libyen lockt Interessenten unterschiedlichster Herkunft durch die größte Ölproduktion auf dem afrikanischen Kontinent. Und die größten Kunden des staatlichen Ölkonzerns National Oil Corporationon (NOC) kommen aus Europa.

Die Türkei unterstützt zusammen mit Katar die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch. Präsident Recep Tayyip Erdogan verkündete bereits, türkische Truppen seien auf dem Weg nach Libyen.

General Haftar zur Seite stehen in dem Konflikt Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch Russland und Frankreich sollen zu den Untzerstützern zählen.