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Holocaust-Erinnerung: eine Familiengeschichte

Holocaust-Erinnerung: eine Familiengeschichte
Copyright Screenshot via AP
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Von Euronews mit AP
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Der Holocaust hat Familien auseinandergerissen, manchmal für immer. Doch einige haben wieder zusammengefunden. Über den schwierigen Weg des Maurice Gluck.

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Vor 75 Jahren wurden die überlebenden Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz befreit. Der Holocaust-Tag bietet die Gelegenheit, den Opfern zu gedenken und Zeitzeugen sprechen zu lassen. Wir geben hier die Erinnerungen von Maurice Gluck wieder, weitgehend unkommentiert, sie stehen für sich alleine.

Die Erinnerung bewegt Maurice Gluck noch immer. Jüdische Familie, seine Eltern deportiert im II. Weltkrieg, Konzentrationslager, Arbeitslager, den damals dreijährigen Maurice haben sie gerade noch bei einer christlichen Familie in Brüssel versteckt.

Dann das Kriegsende, der Vater kommt zurück. Völlig ausgemergelt, aber am Leben. Der Zustand des Vaters schockierte Maurice zunächst, statt Freude empfand der kleine Junge Angst. Schließlich fanden die beiden aber wieder zueinander. Einige Monate später eine weitere Überraschung:

Mein Vater hat mich zu Bett gebracht. Am nächsten Morgen stand er mit einer Soldatin neben meinem Bett. Er sagte: "Schau, Maurice, das ist Deine Mutter Helen. Sie ist gerade aus dem Krieg zurückgekommen."

Ich war glücklich, mit einem Mal hatte ich einen eigenen Vater und eine Mutter.

Mit einem Mal hatte ich einen Vater und eine Mutter
Maurice Gluck

Die Jahre vergingen, Maurice war inzwischen ein Jugendlicher, und wieder holte ihn die Vergangenheit ein.

Mutter saß neben mir auf dem Sofa. Sie sagte: "Jetzt, wo Du Deine Bar Mitzwa hattest und ein großer Junge bist, sollte ich Dir die Wahrheit sagen. Ich bin nicht Deine Mutter, sondern ihre Schwester. Deine Mutter ist im Krieg gestorben. Aber Dein Vater und ich wollten, dass Du in einer richtigen Familie aufwächst."

Es war ein Schock. Ich bin zu meinem Schlafsofa gerannt und habe die ganze Nacht geweint, hatte Albträume.

Aber in der Früh bin ich aufgestanden und zu meiner Mutter in die Küche gegangen. Ich habe sie umarmt und ihr gesagt: Sie ist meine einzige Mutter. Und sie ist meine Mutter geblieben, bis zu ihrem Tod.

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