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BAFTA Awards 2020: Sam Mendes dankt, Joaquin Phoenix mahnt

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BAFTA Awards 2020: Sam Mendes dankt, Joaquin Phoenix mahnt
Copyright  Photo by Joel C Ryan/Invision/AP
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Mit insgesamt sieben Auszeichnungen, darunter bester Film und beste Regie, ist das Anti-Kriegsepos "1917" der große Abräumer bei den diesjährigen britischen Filmpreisen, den BAFTA Awards.

Es sei auch ein Film über Heimat und Familie, so Regisseur Sam Mendes. Er sei zutiefst gerührt, diese Auszeichnung erstmals in seiner Heimatstadt überreicht zu bekommen.

Der Film wurde bereits bei den Golden Globes mit den höchsten Preisen bedacht und gilt als einer der großen Oscar-Kandidaten bei der Verleihung am kommenden Wochenende.

Ein weiterer heißer Oscar-Anwärter, der Südkoreaner Bong Joon-ho, erhielt in London für seinen bereits mit der Goldenen Palme von Cannes prämierten Streifen "Parasite" die Preise für die beste Regie und den besten fremdsprachigen Film.

US-Schauspieler Joaquin Phoenix, mit dem BAFTA für den besten Darsteller ausgezeichnet, nutzte das Rampenlicht für einen flammenden Appell gegen Rassismus in der Filmindustrie.

"Wir müssen alles daran setzen, den system-immanenten Rassismus zu bekämpfen. Diejenigen Menschen, die dieses Unterdrückungssystem erschaffen, weitergeführt und davon profitiert haben, sind dazu verpflichtet, es abzubauen. Also, es liegt an uns."
Joaquin Phoenix
Schauspieler

Mangelnde Diversität

Phoenix bezog sich darauf, dass in diesem Jahr alle zehn nominierten Schauspielerinnen und Schauspieler weiß waren. Die British Academy of Film and Television Arts war deshalb in die Kritik geraten.

Phoenix spielt in dem viel gelobten Comic-Thriller "Joker" von Todd Phillips, der für 11 Oscars nominiert ist. Den BAFTA für die beste Hauptdarstellerin erhielt Renée Zellweger für ihre Darstellung in dem Judy Garland-Biopic "Judy", Laura Dern ("Marriage Story") und Brad Pitt ("Once Upon A Time ... In Hollywood") wurden für die besten Nebenrollen ausgezeichnet.

Insgesamt stand die Preisverleihung wegen mangelnder Diversität der Kritik. Der mit dem Newcomer Preis der Baftas, dem Rising Star Award, ausgezeichnete schwarze Schauspieler Michael fand dennoch aufmunternde Worte: "An alle Menschen, die mir da draußen zuschauen: Das Leben muss nicht so sein, man muss die Möglichkeiten sehen und eine Vision haben. Und ehrlich, vielen Dank!"

Über die Verteilung der Preise entscheiden die 6500 Mitglieder der British Academy of Film and Television Arts. Zum Ende der glamourösen Preisverleihung sprach auch BAFTA-Präsident Prinz William das Thema an. "Schon wieder sprechen wir darüber, dass wir mehr tun müssen, um in diesem Sektor und bei der Preisvergabe Diversität zu gewährleisten", sagte er. "Das kann heutzutage einfach nicht mehr richtig sein."

Martin Scorsese geht leer aus

Ward spielt in dem Drama "Blue Story" über rivalisierende Vorstatdt-Gangs. Apropos Rivalen - Die vielfach noinierten Kultregisseur Martin Scorsese ("The irishman") und Quentin Trantino ("Once Upon A Time ... In Hollywood") wurden bei der BAFTA Verleihung weitgehend übergangen.