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AKK gescheitert? So heftig reagiert das Web

AKK  gescheitert? So heftig reagiert das Web
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(AP Photo/Markus Schreiber) - Markus Schreiber
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Auf die Ankündigung von Annegret Kramp-Karrenbauer, die geplante Kanzlerkandidatur und auch den CDU-Parteivorsitz aufzugeben, folgen teils harte, teils sogar hämische Reaktionen im Internet.

So meint der satirische Postillon, die Saarländerin wolle sich jetzt "ganz dem Karneval" widmen - mit einem Foto von Kramp-Karrenbauer als Putzfrau (siehe weiter unten).

Es tobt bereits die Diskussion um die Nachfolge: Befürworter und Gegner des konservativeren Friedrich Merz bringen sich in Stellung.

Oft hatten Beobachter den Eindruck, dass AKK - wie sie sich selbst auch auf Twitter nennt -, ihren Aufgaben nicht wirklich gewachsen war. Im Gespräch mit euronews nahm Politikexpertin Ursula Münch die CDU-Chefin nach der Krise in Thüringen noch in Schutz und meinte, Armin Laschet oder ein anderer hätte die Situation auch nicht besser in den Griff bekommen. Der Konflikt der CDU im Umgang mit der AfD schwele seit Jahren. Allerdings sah Münch die CDU-Vorsitzende durch das Einmischen der Kanzlerin geschwächt.

Die NZZ titelt "Parteichefin des Niedergangs: Annegret Kramp-Karrenbauer zieht die Konsequenzen aus ihrer Erfolglosigkeit" und geht mit der CDU-Vorsitzenden hart ins Gericht. Berlin-Korrespondent Hansjörg Müller meint: "Nach nur 14 Monaten gibt Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Rückzug als Chefin der deutschen Christlichdemokraten bekannt. Die Frau, die im Schonklima des provinziellen Saarlands aufstieg, war ihrer Aufgabe in Berlin nicht gewachsen."

Auf SPIEGEL ONLINE meint Melanie Amann: "Die Lektion aus Kramp-Karrenbauers Schicksal lautet: Kein CDU-Chef mit Kanzlerambitionen kann sich auf das "Wagnis" (Merkel) einlassen, unter der Kanzlerin zu dienen. Wenn schon die durchaus zähe und nervenstarke Kramp-Karrenbauer das Handtuch wirft, würde der applausverwöhnte politische Außenseiter Friedrich Merz es wohl keinen Monat in dieser Lage aushalten. Und kann sich jemand einen Kanzlerkandidaten Merz und eine scheidende Kanzlerin Merkel auf derselben Wahlkampfbühne vorstellen?

Jeder Kandidat, der nun aus der Deckung kommt, müsste sein Antreten eigentlich mit der Forderung von sofortigen Neuwahlen verbinden. Damit bieten sich nur zwei logische Auswege aus der jetzigen Lage und beide sind für die Union gleichermaßen unangenehm: entweder muss die CDU für ihr eigenes Überleben eine Kanzlerin mit rekordverdächtiger Beliebtheit zum Rückzug bewegen. Oder diese Kanzlerin räumt ihr Amt freiwillig vorzeitig."

Der Tweet des satirischen Postillon wird massenhaft geteilt.

Die Anhänger des Friedrich Merz wittern Morgenluft für ihren Kandidaten.

Doch es gibt "warnende Stimmen".

Luisa Neubauer von "Fridays for Future" schreibt unter dem Tweet von Friedrich Merz "So selbstlos".

WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt spricht sich für einen Neuanfang mit Jens Spahn aus. Er schreibt: In "Friedrich Merz und Armin Laschet stehen zwei ziemlich natürliche Nachfolger bereit, aber vielleicht ist das auch der Moment von Jens Spahn, der in den vergangenen Monaten viel an politischer Statur gewonnen hat und eher ein disruptives Momentum des Aufbruchs anbieten würde."

Auch Twitter-Userin Lisa Frerichs sieht Friedrich Merz - der auf in den sozialen Netzwerken trendet - noch nicht im Amt.

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