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Crypto-Skandal: Schweizer Firma ließ CIA (& BND) jahrelang mithören

Crypto-Skandal:  Schweizer Firma ließ CIA (& BND) jahrelang mithören
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Der Skandal schlägt nicht nur in der Schweiz hohe Wellen. Die Firma Crypto AG in der Stadt Zug hat jahrzehntelang Verschlüsselungstechnik in alle Welt verkauft - und dabei den US-Geheimdienst CIA und den deutschen Bundesnachrichtendienst BND mithören lassen. Das haben das Schweizer Fernsehen SRF, das ZDF und die "Washington Post" aufgedeckt.Abgehört wurden mehr als 100 Staaten - und dabei wurden offenbar auch Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, aber verschwiegen.

Operation Rubikon

Die ZDF-Redaktion "Frontal 21" berichtet über die sogenannte "Operation Rubikon": "Interne Dokumente des Bundesnachrichtendienstes (BND) und der CIA belegen, dass die beiden Geheimdienste seit 1970 Eigentümer der Schweizer Crypto AG waren und die Verschlüsselungsgeräte manipulieren ließen. Der Deckname der Geheimoperation war "Rubikon". Die Nachrichtendienste konnten jahrzehntelang die verschlüsselte Kommunikation von mehr als 100 Staaten mitlesen."

#Cryptoleaks

Der Schweizer Tagesanzeiger erklärt, dass die Crypto AG 2018 aufgelöst wurde. Ans Licht gekommen sei der Spionageskandal dadurch, dass dem Journalisten Peter F. Müller aus Köln, der für das ZDF arbeitet, im vergangenen Jahr die sogenannten "Cryptoleaks" zugespielt worden seien. Länder wie Ägypten, der Iran, Libyen oder Argentinien, aber auch europäische Staaten hätten sich auf Schweizer Spitzentechnologie verlassen und nicht gewusst, dass ihre chiffrierten Kommunikationen von CIA und BND mitgelesen wurden.

BND 1993 ausgestiegen - CIA hat offenbar bis 2018 weiter mitgehört

Der BND ist laut ZDF 1993 aus der Operation Rubikon ausgestiegen. Das hat der frühere Kanzleramtsminister Bernd Schmidbauer dem Sender bestätigt. Der CDU-Politiker sagte dem ZDF: "Die Aktion Rubikon hat sicher dazu beigetragen, dass die Welt ein Stück sicherer geblieben ist."

Schweiz hat Ermittlungen eingeleitet

Das Schweizer Verteidigungsministerium erklärte gegenüber dpa: "Die zur Diskussion stehenden Ereignisse nahmen um 1945 ihren Anfang und sind heute schwierig zu rekonstruieren und zu interpretieren;" Der Bundesrat habe im November 2019 von der Affäre erfahren und im Januar Niklaus Oberholzer, einen ehemaligen Bundesrichter, damit beauftragt, die Faktenlage zu klären. Oberholzer soll bis Ende Jahres der Schweizer Regierung einen Bericht vorlegen.