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"Grenzschließungen sind keine adäquate Lösung": Merkel zur Coronavirus-Krise

"Grenzschließungen sind keine adäquate Lösung": Merkel zur Coronavirus-Krise
Copyright  Markus Schreiber/ The Associated Press
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Bislang hat sich die Kanzlerin kaum zur Corona-Krise geäußert - und dafür Kritik geerntet. Jetzt tritt Angela Merkel erstmals gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) vor die Presse und spricht über die weitere Entwicklung in der Coronavirus-Krise.

40 bis 60 Prozent der Bevölkerung könnten sich infizieren, so Merkel. "Das Virus ist da. Die Maßstäbe für unser politisches Handeln ergeben sich daraus, was uns Wissenschaftler und Experten sage", so Merkel. Merkel sagte zudem, die europäischen Solidarität und gemeinsame Maßnahmen seien wichtig und daran werde auf Ebene der europäischen Regierungschefs gearbeitet.

Merkel wies zudem darauf hin, dass viele Dinge über das Virus noch nicht bekannt sein. Darunter, wie lange es dauert, eine Immunität aufzubauen, und wie lange diese hält.

"Grenzschließungen sind keine adäquate Lösung der Herausforderung", sagte Merkel auf Nachfragen hinsichtlich der Schließung der Grenzen Österreichs nach Italien. Die Grenzen pauschal zu schließen, ändere an der Situation momentan nicht, grundsätzliche Grenzschließungen in Europa lehne man daher ab, sagte auch Spahn.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, dass er begrüße, dass die Länderregierungen zum Teil schon seine Empfehlung umgesetzt hätten, wonach Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen abgesagt werden sollen. Das hieße aber auch nicht, dass alle Treffen mit weniger Personen unbedingt stattfinden solle.

Auch Fußballspiele sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden.

Wir werden noch weiter in diese Epidemie hineinkommen
Lothar Wieler
Chef, Robert-Koch-Institut

Als "kluge Entscheidungen", bezeichnete Spahn, dass die Krankschreibung in Deutschland momentan telefonisch möglich ist und so erleichtert wurde und dass, wo möglich, Arbeitnehmern Homeoffice eine Option ist.

RKI-Chef Lothar Wieler sagte, die geringen Todesfälle in Deutschland - im Vergleich zu anderen Ländern - seien auf das schnelle und frühe Testen. "Wir werden noch weiter in diese Epidemie hineinkommen", so Wieler. Die Epidemie könne Monate, auch Jahre dauern - je länger, desto besser.

Die Entwicklung eines Impfstoffes, der im nächsten Jahr verfügbar sein könnte und Therapeutika werde vorangetrieben. Vor 2021 werde es keinen Impfstoff geben. Bis dahin werde sich aber in der Bevölkerung auch eine Immunität verbreiten, so der RKI-Chef.

Gefahren Alte und Hochaltrige und Geschwächte müssten geschützt werden, indem sie Risiken nicht ausgesetzt werden. Hausärzte müssten damit rechnen, in Zukunft mehr Patienten zu behandeln.