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Die Lage in Deutschland heute: "Unsere Strategie zeigt Erfolge"

Schulen in Deutschland sollen ab 4. Mai schrittweise wieder öffnen.
Schulen in Deutschland sollen ab 4. Mai schrittweise wieder öffnen.   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler haben auf der Bundespressekonfernz zur Lage der Coronavirus-Krise in Deutschland informiert. Sehen Sie das Briefing live oben im Player.

"Der Ausbruch ist beherrschbar geworden", erklärte Spahn zu Beginn der Pressekonferenz.

Seit dem 12.4 genesen mehr Menschen als sich neu infizieren, das sei eine sehr positive Entwicklung. Das Gesundheitssystem sei zu keinem Moment überfordert gewesen.

Warum ist die Lage in Deutschland so "gut"? Das deutsche Gesundheitssystem sei in einer guten Verfassung, es gebe viele Fachkräfte - in allen Gesundheitsberufen sei Deutschland sehr gut aufgestellt, so Spahn.

Enges Netz von Haus- und niedergelassenen Fachärzten. 6 von 7 Covid-Patienten können ambulant behandelt werden, schwere Verläufe können dann in Krankenhäusern behandelt werden.

Exzellente Kliniken, die dem Aufruf, OPs zu verschieben, genutzt haben um Betten frei zu machen und neuen Kapazitäten aufzubauen.

Kliniken können OPs langsam wieder aufnehmen

10.000 freie Intensivbetten könne man nicht dauerhaft so halten. Auch geplante Operationen könnten langsam wieder anlaufen, so Spahn. Zusätzlich zur körperlichen Belastung für Patienten kämen hier seelische Belastungen, wenn man nicht wisse, wann man durch diese Behandlung gehen könne.

Es würden derzeit viel weniger Herzinfarkte verzeichnet so Spahn, dieser positiven Entwicklung müsse man nachgehen, um zu verstehen warum. Offenbar meiden sehr viele Menschen heutzutage Notaufnahmen. Eine positive Entwicklung in der Hinsicht, dass viele Patienten, die vor der Gesundheitskrise in die Notaufnahme kamen, keine echten Notfälle waren.

Spahn dankte allen, die sich an die Maßnahmen halten und so zur Verlangsamung der Ausbreitung beitragen. Auch Ungeduld sei in dieser Zeit verständlich. Etwa bei Eltern mit kleinen Kindern, die nicht wissen wann die Betreuung

"Unsere Strategie zeigt Erfolge", freute sich RKI-Chef Wieler. Man habe ein wirklich ein gutes Zwischenergebnis erreicht.

Es gebe einen deutlich geringerer Anstieg der Fallzahlen, das sei erfreulich. Die Reproduktionszahl liegt aktuell bei 0,7 - das heißt im Durchschnitt steckt jede Person, die infiziert ist nicht mehr eine weitere Person an. Bei diesen Zahlen gebe es aber natürlich regionale Unterschiede.

Bundesweit wurden in den vergangenen 24 Stunden mehr als 3.000 Fälle gemeldet, immer mehr Menschen in Gesundheitsberufe, liegt bei 6 Prozent. Auch mehr Todesfälle, in deiser Woche den größten Anstieg, 315 seit gestern übermittelt. Das heißt wir sind bei einer Sterberate von 1,2 Prozent.

Kontaktpersonen identifizieren bleibe ein Schlüsselelement, so Wieler.

1,7 Mio Tests in Deutschland durchgeführt

134.000 übermittelte Infektionen, 81.000 genesene, Reproduktionszahl 0,7. 16 Prozent der Fälle werden hospitalisiert. 30 Prozent der auf Intensivstationen behandelter Patienten sterben.

"Wir stehen immer noch am Anfang dieser Pandemie", mahnte Wieler aber erneut.

1,73 Mio. Test 37.000 Tests pro Woche, etwa 9 Prozent der Tests nur sind positiv - das heiße, die Tests könnten noch strategischer eingesetzt werden.

Zu jeweils Remdesivir als auch zu Chloroquin und Hydroxychloroquin laufen in Deutschland jeweils 3 Studien. Auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit word getestet, man versucht auch die richtige Dosis zu finden, erklärte Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des Bundesinsitituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Man habe sehr viele Anträge auf Maskenzulassungen, so Prof. Broich.

Beste Hoffnung auf Therapie

Therapie und Impfstoffe seien "kein Traum" so Prof. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, in Anlehnung an eine Aussage des Charité-Virologen Prof. Drosten in einer Talkshow Donnerstagabend.

Es gebe zwei Ansätze auf Therapie, die hoffnungsvoll seien, darunter eine Behandlung mit Plasma genesener Coronavirus-Patienten sowie eine Behandlung durch monochronale Antikörper, wie man sie bei Ebola erfolgreich könnten Erleichterung bringen.

Ein Impfstoff wäre sicher ein "Gamechanger", so der Biochemiker. 50 bis 60 Impfstofftests in klinischen Prüfungen laufen derzeit weltweit, so Cichutek. Er sei zuversichtlich, dass man in nächster Zeit auch in Deutschland Fortschritte vorzuzeigen habe.