Eilmeldung
This content is not available in your region

Coronavirus in Deutschland: Sterberate "steigt kontinuierlich"

euronews_icons_loading
Coronavirus in Deutschland: Sterberate "steigt kontinuierlich"
Copyright  Marcel Kusch/AP
Schriftgrösse Aa Aa

"Es ist noch kein Ende der Epidemie in Sicht." Mit dieser Warnung begann die Pressekonferenz, mit der das Robert-Koch-Institut (RKI) jeden Dienstag und Freitag über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland informiert.

"Bleiben Sie zu Hause"

„Wir haben in den vergangenen Wochen einiges erreicht“, sagte RKI-Vize-Präsident Lars Schaade. „Aber ernst ist die Situation immer noch. Die Fallzahlen können wieder steigen.“

Seine dringende Mahnung an die Deutschen: "Bleiben Sie zu Hause wann immer möglich, halten Sie Abstand, halten Sie sich an die Nies- und Hustregeln."

Die Fallzahlen müssten so weit wie möglich gedrückt werden. Denn ansonsten könnten die Zahlen sehr schnell ansteigen und das würde auch das deutsche Gesundheitssystem überlasten. Dann könnten Patienten nicht mehr ausreichend versorgt werden.

Dieses Szenario gelte es unbedingt zu verhindern. Jeder könne schwer erkranken, nicht nur Risikogruppen. Deshalb müssten alle solidarisch und vorsichtig sein.

Abstand halten wichtiger als Masken

Zur Diskussion um die Maskenpflicht sagte Schaade, noch viel wichtiger seien Abstand halten und eine gute Händehygiene. Wer Symptome habe, müsse zu Hause bleiben.

In einigen Situation sei das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes aber sinnvoll. Etwa wenn sich mehrere Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten, in denen Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Zum Beispiel bei der Arbeit oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ganz wichtig sei: Masken ersetzten die Abstandregeln nicht. Das dürfe man auf keinen Fall annehmen. Und: medizinischer Mundschutz solle auch medizinischem Personal vorbehalten bleiben.

Starker Anstieg der Todesfälle in Deutschland

Bei den Zahlen gibt es laut Schaade weiter sehr starke regionale Unterschiede. Gestern lag die Reproduktionszahl bei etwa 0,9. Im Mittel stecke immer noch beinahe jede infizierte Person eine weitere mit dem Coronavirus an.

In der letzten Woche gab es laut RKI den bisher größten Anstieg bei der Zahl der Todesfälle. Am 16. April waren es 315 neue Tote innerhalb von 24 Stunden. Das führe zu einem kontinuierlichen Anstieg der Sterberate. Sie liege aktuell bei 3,2 Prozent. In Deutschland gebe es gegenwärtig 143.500 Infizierte und 4600 Todesfälle.

Infizierte im Schnitt 50 Jahre alt

Die betroffenen Personen in Deutschland sind im Schnitt 50 Jahre alt. 17 Prozent der Erkrankten wurden ins Krankenhaus gebracht. 2,5 Prozent der Fälle entwickelten eine Lungenentzündung. Die meisten Verstorbenen waren über 80.

Behandlungskapazitäten seien ausreichend vorhanden. Es seien keine Engpässe zu erwarten. Aber auch da könne es regional bei Ausbrüchen sehr starke Unterschiede geben. Und Voraussetzung für diese positive Prognose sei, dass die Fälle nicht wieder ansteigen. Und das ist derzeit alles andere als sicher.