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Varoufakis warnt EU: "Sie verhandeln wie 2010"

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Britain Assange Protest
Britain Assange Protest   -   Copyright  Alberto Pezzali/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Zehn Jahre nachdem sich Griechenland hilfesuchend an die EU und den Internationalen Währungsfonds IWF gewandt hat, durchlebt Europa erneut eine beispiellose Krise. Nur ist Griechenland diesmal nicht das schwache Glied.

Vergleiche sind jedoch unvermeidlich, da die Lösung einmal mehr in den Händen der europäischen Staats- und Regierungschefs liegt. Im Interview mit euronews schlägt der ehemalige griechische Ministerpräsident George Papandreou - wie schon vor zehn Jahren - die Einführung von Eurobonds vor:

_"Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen, manchmal unorthodoxe Maßnahmen ergreifen. Die Diskussion über Eurobonds wurde damals schon geführt und heute wieder. Wir müssen als Europäische Union kollektiv und schnell handeln. Vor zehn Jahren waren wir langsam, wir haben zu wenig zu spät getan, das hat uns viel gekostet. Es war schmerzhaft, und diesen Schmerz empfinden wir noch heute."
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Varoufakis lehnt Kredite ab

Papandreou war eine Schlüsselfigur in der Notlage Griechenlands, wie einige Jahre später auch Yannis Varoufakis.

Der ehemalige Finanzminister ist Gründer und Vorsitzender der linksgerichteten Partei MeRA25:

"Schon wieder spielen sie das gleiche Spiel. Sie verhandeln genau wie 2010, mit dem Fehler, den sie mit Griechenland begangen haben. Sie gingen damals mit der Krise um, als wäre es eine Liquiditätskrise, obwohl es eine Bankrottkrise war. Jetzt tun sie dasselbe auf europäischer Ebene. Jede Milliarde oder Billion, von der sie sprechen, sind Kredite. Das Letzte, was die Unternehmen in Deutschland, in Italien, in Frankreich, in Griechenland jetzt brauchen, sind Kredite."

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat in einer Rede vor dem Senat gewarnt, dass der Umgang mit der griechischen Krise als Beispiel dienen sollte, das es zu vermeiden gilt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug wiederholt vor, dass das nächste europäische Budget ein neuer Marschallplan sein sollte. Alle Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass eine konkrete Entscheidung frühestens Mitte Juni fallen wird.