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Covid-19 hat mehr US-Amerikanern das Leben gekostet als der Vietnamkrieg

Ein Patient mit COVID-19 im St. Joseph's Hospital in Yonkers, N.Y., wird künstlich beatmet, 20. April 2020.
Ein Patient mit COVID-19 im St. Joseph's Hospital in Yonkers, N.Y., wird künstlich beatmet, 20. April 2020.   -   Copyright  AP/John Minchillo
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Die Covid-19-Pandemie hat in nur drei Monaten mehr Amerikaner getötet als der jahrzehntelange Vietnamkrieg, wie jüngste Zahlen zeigen.

Laut Statistik der Johns-Hopkins-Universität wurden in den USA inzwischen mehr als 59.000 Covid-19-Todesfälle registriert. Das Land verzeichnet auch für fast ein Drittel der weltweit bestätigten Infektionen und hat am Dienstag dieser Woche die 1-Millionen-Marke überschritten.

Während des Vietnamkrieges, der von 1954 bis 1975 dauerte, kamen 58.200 Amerikaner ums Leben.

Der teure Preis, den der Konflikt für die Menschen forderte, löste in den 1960er Jahren in den gesamten USA massive Proteste aus, in denen der Abzug der Truppen gefordert wurde. Auch in den letzten Wochen fanden zahlreiche Proteste statt, bei denen Vertreter der Bundesstaaten aufgefordert wurden, die Zwangsmaßnahmen aufzuheben, die zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus verhängt worden waren.

Die University of Washington, deren Vorhersagemodell vom Weißen Haus zitiert wird, prognostiziert, dass die USA bis zum 4. August 74.000 Todesfälle verzeichnen könnten.

Dies würde bedeuten, dass Covid-19 nicht nur die Zahl der Todesopfer des Vietnamkrieges übersteigen würde, sondern dass das neuartige Virus auch zu mehr Todesopfern geführt hätte als in der tödlichsten Grippesaison des Landes.

Nach Angaben der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) starben zwischen 2010 und 2018 mehr als 300.000 US-Amerikaner an der Grippe. Die höchste jährliche Opferzahl wurde in der Saison 2017-2018 beobachtet, als 61.000 Menschen starben.

Wie viele Menschen auf vietnamesischer Seite ihr Leben in dem langwierigen militärischen Konflikt verloren, ist nie genau bekannt geworden. Die Regierung schätzte 1995, dass bis zu zwei Millionen Zivilisten und etwa 1,1 Millionen Soldaten beider Seiten getötet wurden.

Die USA sagen, dass zwischen 200.000 und 250.000 vietnamesische Soldaten gefallen seien.

Das südostasiatische Land mit 95,5 Millionen Einwohnern hat offiziellen Angaben zufolge bisher keinen einzigen Todesfall durch die Pandemie zu verzeichnen und hat nur 270 bestätigte Fälle des Virus erfasst.

Vietnam ergriff rasch Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus. Am 1. Februar setzte das Land alle Flüge von und nach China aus, erließ Visabeschränkungen und verschärfte die Grenzübergänge zu seinem nördlichen Nachbarn.